Das Keto-Experiment – Die macht das wirklich

Tagebuch

Das Keto-Experiment – Die macht das wirklich

17.04.2015 – Das Keto-Experiment – Die macht das wirklich – Gewicht: kommt unten

Nachdem ich in meinem letzten Beitrag über den Fettstoffwechsel und das für und wider der Ketose fabuliert habe, wurde es nun wie angekündigt Zeit für den ultimativen Selbsttest.

Die Ur-Betti katapultiert sich selbst in Ketose…

SchIießlich kann ich nicht irgendwelche Sachen in die Welt blasen, ohne die entsprechenden eigenen Erfahrungen gemacht zu haben. Die gelesene Theorie ist eine Sache, aber die am eigenen Körper gespürten Erfahrungen sind doch sehr viel eindrucksvoller und aussagekräftiger.

Und da ich niemanden Dritten zur Ketose bekehren wollte, habe ich mich selbst motiviert auf ein Keto-Experiment eingelassen.

Ich mach jetzt den Jenke, nur eben auf Ketose…

Was war mein Plan:

Ich hatte mir vorgenommen, meine Kohlenhydrate für mindestens 14 Tage, oder eben länger, wesentlich stärker zu begrenzen als gewohnt, und dafür erheblich mehr Fett zu essen um mein Gehirn an den Fettstoffwechsel anzuschließen. Die Eiweißzufuhr wollte ich wie vor 2 Wochen beschrieben in einem moderaten Umfang halten um zu verhindern, dass ein zu viel an Eiweiß in Glukose umgebaut wird und ebenfalls um zu verhindern, dass die Insulinwirkung des Eiweißes die Ketonbildung erschwert.

Eine echte Keto-Challenge für mich, wie sich später herausgestellt hat.

Mein täglicher Essensplan „sollte“ sich wie folgt bewegen:

Du ahnst wahrscheinlich schon, dass es zumindest teilweise anders kam!

Kohlenhydrate; zwischen 20 g und 30 g pro Tag

Eiweiß:  zwischen 65 g und 75 g pro Tag

Fett: zwischen 130 g und 160 g pro Tag

Das Ziel war, meinen Körper in Ketose zu bringen und diesen Zustand auch bewusst wahrzunehmen und für die Nachwelt zu dokumentieren. Dazu war natürlich das Ziel, meinen Körper wieder stärker in Richtung Fettverbrennung und Ketonverwertung zu schieben, wovon ich dann auch weiterhin bei meiner moderateren kohlenhydratreduzierten Ernährungsweise in Verbindung mit Kurzzeit-Fasten profitieren kann.

Dann lasset die Spiele beginnen…

Das Protokoll habe ich übrigens wirklich täglich aufgeschrieben, damit ja nichts von meinen teilweisen schrägen Befindlichkeiten verloren gehen konnte.

Tag 1 – Montag

Aufgewacht bin ich total zerknittert. Ich gebe zu, dass ich gestern Abend nochmal mit einer ganzen Tafel Schokolade gesündigt habe. Schließlich bekomme ich ab heute wahrscheinlich keine echte Schokolade mehr in meinem schmalen Kohlenhydratkontingent unter. Entsprechend madig ist meine Laune und mein Magen knurrt fies, weil natürlich nach dem heftigen Zuckerschub von gestern, mein Blutzucker heute früh schön tief im Keller ist.

Erst mal eine Runde über mich selbst ärgern. Bäääääääh OK, fertig!

Glücklicherweise habe ich mir „Fette Brötchen“ vorgebacken und das Frühstück ist erst einmal gesichert. Mit Butter und Spanferkelbauch belegt eine echte Fettbombe, die ich mit einem doppelten Espresso runterspüle. So oder so ähnlich, sieht dann mein Frühstück wohl in der nächsten Zeit aus. Ich muss zugeben, dass ich sonst zum Frühstück in der Regel Eiweiß mit Obst esse (Quark mit Himbeeren, Lachs mit Erdbeeren) und mir der fruchtige Geschmack zum Frühstück fehlt. Gut, gegen einige Himbeeren mit fettem Quark und Kokosflocken ist ja eigentlich nichts einzuwenden.

Nachdem ich direkt nach dem Frühstück meine Nährstoffbilanz laut Fressplan des Tages total motiviert überschlagen habe stellte ich fest, dass schon mein erster Tagesplan viel zu wenig Fett und viel zu viel Eiweiß enthält. Scheiße, schon an Tag 1 Probleme, die ich mit Happy Carb bisher nie hatte. Also habe ich im Geiste das Abendessen über den Haufen geworfen und durch eine Avocado mit Gorgonzola aus dem Ofen ersetzt.

Da muss ich echt erst mal reinkommen, weil das Denken eben jetzt ein ganz anderes ist, als bei meiner bisherigen Low Carb Ernährungsweise. Mir wird wieder mal bewusst, wie unterschiedlich Low Carb sein kann und weshalb da so häufig entgegengesetzte Einschätzungen aufeinandertreffen. Und ich habe wirklich unterschätzt was es heißt, auf eine bestimmte Nährwertkonstellation hin zu essen und bin gespannt, wie ich das mit meinem renitenten Köpfchen vereinen kann.

Ich ahne Böses…

Mein Mittagessen des Tages war superlecker. Ich habe mir ganz schlicht Zucchini geviertelt und habe die Stücke mit Bacon umwickelt und mit Olivenöl und etwas Taleggio-Käse überbacken. Die Portion war sehr überschaubar, aber schmackhaft. Noch zehre ich von den gestern üppig gefüllten Kohlenhydratspeichern und bin gespannt, wann diese zu Neige gehen.

Da kommt dann sicher das Tier in mir heraus…

Durch die kurzfristigen Anpassungen ist es mir dann doch noch gelungen innerhalb meines Nährwertkompasses zu essen. Überprüft habe ich das natürlich mit fddb.info. So sah der Tag genau aus:

Fett: 136 Gramm
Eiweiß: 74
Kohlenhydrate: 21
Kalorien: 1643

Tag 2 – Dienstag

Nachdem ich gestern Abend schon mit einem hungrig flauen Gefühl ins Bett gegangen bin, hat sich meine Schlafqualität im Rahmen gehalten. Auch bin ich mit einem matschigen Kopf und leichten Kreislaufproblemen aufgewacht. Aber gut, dass die Umstellung mit kleineren Befindlichkeitsstörungen einher gehen wird, war mir bekannt und da muss ich nun durch.

Meine Essensplanung heute entspricht dem Vortag. Wie schön, dass mir mit dem über das Essen nachdenken, zumindest heute, keine knappe Gehirnenergie verloren geht. Blöd nur, dass da nach dem Mittagessen ein riesiges Loch in meinem Bauch klaffte und ich deshalb schnell entschlossen Kokos-Bomben gebacken habe. Zum Nachmittagskaffee habe ich dann auch gleich ein Bömbchen gegessen, auch wenn ich dabei kein gutes Gewissen hatte. Aber ich hatte richtig Kohldampf!

Von wegen, so viel Fett macht satt. Mich bisher noch nicht wirklich.

Dafür ist mein Gehirn heute schon auf Alarm. Ich hatte merklich Probleme mich zu konzentrieren und konnte die Aufgaben, die ich mir eigentlich vorgenommen hatte, nicht erledigen. Als Abendessen habe ich mir dann nochmal einige Mandeln gegönnt. Mehr war laut Budget nicht drin. Heul…

So langsam habe ich das Gefühl, das Fett kommt mir aus den Ohren raus. Natürlich schmeckt Fett lecker, aber mangels Gallenblase hat mein Verdauungstrakt mit den ungewohnten Fettmengen seine Last. Mir ist nach dem Essen häufig übel und ich frage mich schon an Tag 2, ob ich das wirklich weitermachen will.

Aber Rom ist ja auch nicht an einem Tag gebaut worden. Und wenn mich eines auszeichnet, dann eine gewisse Zähigkeit und Härte gegenüber mir selbst, die ich bei Bedarf auch so richtig strapazieren kann.

Mein Motto ist schließlich immer: Man muss sich auch mal quälen können.

So sah der Tag von den Nährwerten her aus:

Fett: 149 Gramm
Eiweiß: 85 Gramm
Kohlenhydrate: 17
Kalorien: 1783

Etwas zu viel Eiweiß, aber immerhin.

Tag 3 – Mittwoch

Juhuuu! Auch heute wurde es wieder hell…

Hell wurde es draußen, aber in meinem Kopf blieb es gefühlt dunkel. Ich glaube mein Hirn hat nun gemerkt, dass da was nicht so läuft, wie es das gerne hätte und das Keton-Notprogramm läuft noch nicht reibungslos. Aufgewacht bin ich mit einem Gefühl, als hätte ich eine bleierne Schwere im Kopf und der Kopfmotor müsste fast wie in Handbetrieb geleiert werden. Leichte Kopfschmerzen kamen auch noch dazu.

Heute dachte ich mir dann mal lustigerweise: Super, Betti, wieg dich doch mal…

Das habe ich dann auch gemacht und bin vor Schreck fast von der Waage gefallen:

2 kg mehr?????? Hallo, was ist da los….

Ich merke schon, bei der Umstellung auf eine ketogene Energieversorgung muss man echt Nerven wie Drahtseile haben. Die man dann aber leider wegen der fehlenden Glukose nicht wirklich hat. Wahrscheinlich wäre es nicht schlecht, wenn man solche Umstellungsphasen in Form von “Wellness-Reisen” anbieten würde.

Ketogen für Anfänger in 14 Tagen oder so ähnlich…

Gemeinsam und unter fundierter Anleitung hätte ich definitiv mehr Spaß und die Umstellungsschwierigkeiten wären auch leichter zu verknusen. Aber mit Gewichtsschwankungen in dem Umfang hatte ich nicht gerechnet. Das habe ich auch noch nirgendwo gelesen. Und ich habe mir wirklich viel Literatur reingepfiffen.

Manchmal ticke ich doch einfach anders als gedacht. Ich bin eben auch so ein kleines Bömbchen.

Aber gut, mein Tag startete mit 2 Espresso und einer Kokos-Bombe. Die Kokos-Bombe enthält ordentlich Kokos – wie ich da nur drauf komme – und das enthaltene Kokosöl begünstigt die Herstellung von Ketonkörpern, die dann hoffentlich mein matschiges Gehirn bald mit dem neuen Super-Treibstoff versorgen.

Mach schon, du dummes Gehirn…

Viel Vornehmen brauche ich mir auf jeden Fall nicht. Die kleinen Protokolle zu schreiben, fordern mich intellektuell bis an meine Grenze und mein IQ ist gefühlt auf Amöbenstatus gesunken.

Als Mittagessen gab es ein “Fettes Brötchen” mit Salami und Taleggio Käse und ein Schnitzchen rote Paprika. So ein paar Vitamine müssen dann doch auch mal sein. Ich weiß, gerade die rote Paprika hat viele Kohlenhydrate, aber da schlage ich mal ganz kurz über die Keto-Stränge.

Nach einer Kopfwehtablette und immer noch einem Gefühl, als hätte ich einen Helm auf, bin ich dann walken gegangen. Körperlich muss ich sagen, fühle ich mich gut. Also in keinster Weise eingeschränkt oder erschöpft, auch wenn die Glykogen-Speicher eine seltene Leere haben.

Zurück aus der Sonne musste ich mich der nächsten Herausforderung stellen. Die Spülmaschine war auszuräumen. Was soll ich dir sagen: Die Tupperdosen, die nach einem komplizierten, nur mir bekannten System im Schrank einsortiert sind, habe ich kaum zusammen gestapelt bekommen.

Als wäre ich ein Kleinkind, was versucht etwas zu bauen und merkt, dass eckig und rund nicht gut ineinander stapelbar ist. Ganz verzaubert habe ich die bunten Schüsseln angeschaut und mir war schleierhaft, wie das alles jemals in diesen kleinen Schrank gepasst hat.

Jetzt weiß ich aber auch, wie mein lieber Ehemann sich immer vor dem Schrank mit den Tupperdosen fühlt. Nämlich vollkommen desorientiert und komplett überfordert.

Mein Gott, wenn heute ein Zeitungsverkäufer an der Tür klingelt, dem kaufe ich ja 10 Abos ab und schiebe ihm noch einen Fuffi rüber als Trinkgeld.

Heute kann echt alles passieren…

Zeit für das Abendessen. Heute gab es Hardcore-Blutwurst-Gemüse-Muffins. Geil, wie lange habe ich schon keine fette Blutwurst mehr gegessen, weil die eben echt verboten fett ist. Ich freu mich. Tralalala. Soll ich das Rezept noch nachliefern, oder ist das zu “Schocking”?

Hier die Nährwerte des Tages:

Fett: 152 Gramm
Eiweiß: 95 Gramm
Kohlenhydrate: 19
Kalorien: 1848

Schon wieder zu viel Eiweiß. Funkenmariechen! Die Gluconeogenese lässt grüßen. Das muss ich unbedingt besser in den Griff bekommen.

Tag 4 – Donnerstag

Wach geworden bin ich mit einem Geschmack im Mund, als hätte ich bei einem alten Mann am Fuß gelutscht. Das Beste daran war, dass ich erst mal keinen Hunger hatte. Aber so sehr wie heute, habe ich mich noch nie aufs Zähne putzen gefreut.

Ich mache bei diesem Projekt echt Grenzerfahrungen der besonderen Art.

Aber ich habe direkt gemerkt, dass ich vom Kopf her nicht mehr so bräsig bin, wie den Tag davor. Wie gut, in dem Zustand war ich auch echt eine Gefahr für die Umwelt. Trotzdem habe ich mit Schwindel zu kämpfen, wanke ins Badezimmer in Richtung Waage und wiege glatt nochmal 100 Gramm mehr.

Haaaaallllloooooo, was ist denn das für ein Rotz?

In den Tag gestartet bin ich wieder mit einer Kokos-Bombe und einem doppelten Espresso. Dann bin ich los und habe mich mit meiner lieben Freundin Cami getroffen, eine Fachfrau im Low Carb Bereich, und wir sind 1 Stunde stramm gewalkt. Es war herrlich und ich habe mich körperlich voll leistungsfähig gefühlt. Und das mit nur 4g Kohlenhydraten aus der Kokos-Bombe im Bauch. Und selbst der Kopf scheint besser versorgt zu sein, auch wenn ich intellektuell noch nicht ganz auf der Höhe bin.

Das Mittagessen war einfach und gut. Braune Champignons mit Ziegenfrischkäse gefüllt und Bacon umwickelt aus dem Ofen.

Low Carb schmeckt einfach gut, auch in der sehr fetten Variante. Bloß wirklich gut satt werden, tue ich nicht. Da schert mein Körper aus den erwarteten Vorgaben einfach frech aus.

Und wie zur Hölle sieht es eigentlich aus mit dem, ich sage mal politisch korrekt, “Stuhlgang”? Entschuldigung wegen der Indiskretion. Macht man das bei der ketogenen Ernährung nur noch sporadisch, oder muss man da mit Klistieren arbeiten. Mein Darm ist mit Haferkleie und vieeel Gemüse auf Ballaststoffe geeicht und die fehlen mir jetzt teilweise.

Kein Wunder, dass ich immer schwerer werde. Wer nur oben rein füllt…

Als Abendessen gab es wieder Blutwurst-Gemüse-Muffins. Ich erspare dir jetzt den Kommentar, wie gut die waren.

Ich bin ab sofort offizieller Blutwurstholiker…

Die Nährwerte von heute sahen wie folgt aus:

Fett: 137 Gramm
Eiweiß: 102 Gramm
Kohlenhydrate: 20
Kalorien: 1723

Mist, schon wieder zu viel Eiweiß. Ich muss unbedingt mehr Fett essen, was nicht mit Eiweiß im Gepäck daherkommt. Dieses Problem lese ich auch häufig in den Facebook Foren und inzwischen kann ich das sehr gut nachvollziehen. Grummel…

Tag 5 – Freitag

Was gestern nicht mehr ins Protokoll gepasst hat ist, dass ich gegen 22 Uhr richtig Hunger hatte und kalorientechnisch gesündigt habe. Ich hatte so Kohldampf, dass ich jede Menge Mandeln und mehrere Salami Stickados gefuttert habe. Sicher nicht sehr viele Kohlenhydrate, aber eben bestimmt nochmal 80 g Fett, mal so schnell aus der Hand und somit habe ich gestern meinen Tagesbedarf an Kalorien weit überfressen.

Die Waage habe ich mir dann auch heute in der Früh erspart.

Ich ärgere mich mal wieder über mich selbst. Muss aber sagen, dass das kalorienmäßige Überfressen durch das viele Fett echt schnell geht. Ich brauche um satt zu sein, scheinbar auch etwas Volumen im Bauch. In der Vergangenheit, habe ich mir ja immer den Bauch voller Gemüse gehauen und das fehlt mir echt. In meinen Träumen begegnete mir eine rote Paprika, was ich als ernstes Alarmzeichen bewerte.

Ich sollte da vielleicht mit meiner Therapeutin drüber sprechen…

Dafür, dass immer alle erzählen, dass man sich bei der ketogenen Ernährung so euphorisch fühlt und so schön ohne Appetit, kann ich das zumindest bis heute noch nicht bestätigen.

Vielleicht lag es wirklich an dem zu vielen Eiweiß, was neben der Glukosebildung ja auch eine recht hohe Insulinwirkung mit sich bringt. Da saust bei mir dann doch der Blutzucker etwas tiefer. Diese Tendenz zur leichten Unterzuckerung, hatte ich früher schon, als ich noch keinen Diabetes hatte. Meine Bauchspeicheldrüse machte schon immer gerne “Mätzchen” und führte irgendwie ihr Eigenleben.

Für das Wochenende muss ich unbedingt versuchen das Eiweiß etwas runterzudrücken und dafür mehr Fett zu essen.

Ich empfinde es als anstrengend, mir ständig darüber Gedanken zu machen, was ich noch essen kann, will und dann eben in letzter Konsequenz auch darf. Die Aufschreiberei bei fddb.info nervt mich tierisch und die Stimmung könnte an einem Freitag den 13. nicht besser sein.

Vielleicht bin ich auch einfach keine Keto-Maus und für mich ist der moderatere Weg wirklich die geeignetere Low Carb Option. Aber ich wusste, dass es am Anfang knirschen wird und ich bin gespannt. Wie es weiter läuft.

Hier das, was fddb.info für den heutigen Tag ausgespuckt hat

Die Nährwerte von heute sahen wie folgt aus:

Fett: 151 Gramm
Eiweiß: 114 Gramm
Kohlenhydrate: 20
Kalorien: 1917

Ich erspare mir den Kommentar zum Eiweiß und der Gesamtkalorienanzahl.

Tag 6 und 7 – Samstag und Sonntag

Ich hatte null Bock mich mit der Aufschreiberei zu quälen und habe nach gutdünken weitergemacht. Die Wiegerei habe ich gelassen, schließlich geht es mir um die Erfahrung und nicht um den Gewichtsverlust.

Was für ein gequirlter Misthaufen. Ich rede mir mein Keto-Experiment gerade irgendwie verzweifelt schön. Merkst du das auch?

Aber jetzt kommt es…

Mein Mann behauptet, ich sei anders drauf, aber eher im komischen Sinn. Merkwürdig ist, dass ich das für mich selbst nicht wahrnehme und da schrillen die Alarmglocken. Diese Woche waberte ein Artikel durchs Internet in dem stand, dass die starke Reduzierung von Kohlenhydraten Aggressionen zur Folge haben kann. Also Einfluss auf das persönliche Verhalten hat. Wahrscheinlich würde das aber kein Keto-Freund für sich in Anspruch nehmen wollen.

Was aber, wenn das doch so ist und wir es selbst nur nicht merken?

In manchen Facebook Foren denke ich mir schon manchmal, entweder muss die Gute mal wieder richtig gekuschelt werden, oder es eben doch mal mit einigen beruhigenden Kohlenhydraten versuchen. Wenn die Low Carb Spaßbremsen dieser Welt, oder auch die Kohlenhydrat-Polizei, ihre sozialen Fähigkeiten unter Beweis stellen, bestätigt das fast schon die aufgeworfene These:

Low Carb in extremer Form macht arschig!

Nein, ich glaube das nicht wirklich. Arschig macht nur, wenn man sich und seine Ernährungsphilosophie zu ernst nimmt und andere bevormunden will, weil man sich selbst und seine Ernährungsweise für überlegen hält. Aber das Thema hatten wir ja vor kurzem erst und ich mache hier ja auch nur einen vorübergehenden Praxistest.

Knurrend und Zähne fletschend sitze ich hier…

Aber das Wochenende hat mir schon gezeigt, dass mein Köpfchen noch nicht so richtig am Ketonkörpertropf hängt und ich definitiv zu viel Eiweiß esse. Zur Abmilderung des Problems habe ich mir “aus der Not heraus” leckeres Schoko-Mandel-Konfekt gemacht.

Fett fast pur in der geilsten Variante…

Und zumindest fluppt es nun mit der Verdauung wieder locker und flockig. Nur falls du inzwischen Angst hast, dass ich immer noch nicht auf dem Topf war.

Tag 8 – Montag

Todesmutig habe ich mich nach dem Wochenende auf die Waage gestellt. Ich habe unkontrolliert an meiner extrem fettreichen und sehr kohlenhydratreduzierten Ernährungsweise festgehalten und kann jetzt insgesamt eine Gewichtszunahme von 2,5 verbuchen. Für mich ist es wirklich so, dass ich mangels Volumen im Bauch nur schlecht satt werde und durch das Fett schnell auf viel zu viele Kalorien komme.

Ok, das Schoko-Mandel-Konfekt hatte daran einen sicher nicht unerheblichen Anteil.

Also bitte nur in Maßen naschen und nicht wie ich in Massen!

Aber hey, dass ich nochmal die 75 kg auf der Waage sehe, hätte ich mir nicht träumen lassen. Natürlich hadere ich heute mit mir, ob ich das Projekt abbreche und Gott wieder einen lieben Mann sein lassen und wieder meinen eigenen Freestyle Happy Carb Weg weiter marschiere.

Menschen sind eben unterschiedlich und was bei A funktioniert, muss bei B eben nicht zwangsläufig auch klappen.

Und ich bin wohl B! Klar B wie Betti  eben…

Aber ich ziehe das diese Woche noch durch. Im Badeschrank befindet sich das Päckchen Ketostix und ich will einen gefärbten Streifen sehen.

Ich will will will das…

Wie gut, dass ich die Woche wieder mit meinen Kokos-Bomben und einer leckeren Käse-Lauch-Suppe überbrücken kann. Auch wenn ich eigentlich Lust auf etwas bunteres Gemüse hätte. Mir fehlt irgendwie die Farbe auf dem Teller.

Der Preis, den ich für die dauerhaft ketogene Ernährungsweise bezahlen müsste, wäre für mich unter Genussaspekten eindeutig zu groß. Aber natürlich bewertet das jeder Mensch für sich anders und das Essen hat eben auch für jeden einen unterschiedlichen Stellenwert.

Es soll ja sogar Leute geben, die das Essen ab und zu einfach vergessen. Wie verrückt ist denn sowas?

Spontan, und weil ich einfach tierisch neugierig war, habe ich bei einem Toilettengang dann doch mal einen Ketostix gezückt und habe meinen Urin getestet. Der Teststreifen wurde deutlich rosa. Anhand der Skala, etwa im Mittelfeld. Also, es geht doch! Auch wenn sich mein persönliches Befinden noch nicht so in Einklang mit dem befindet, was ich erwartet hatte.

Aber erst einmal freue ich mich, dass es mir gelungen ist in Ketose zu kommen und bin dadurch motiviert weiter zu machen. Jetzt muss ich nur noch zusehen, dass ich die Kalorienzufuhr besser im Griff behalte, damit ich auch endlich schön Fett verbrennen kann.

Hier die Zusammensetzung meines Speisezettels von heute in fetten Zahlen.

Fett: 146 Gramm
Eiweiß: 95
Kohlenhydrate: 18
Kalorien: 1789

Und schon wieder zu viel Eiweiß. Das Problem bekomme ich nicht so recht in den Griff. Ich hoffe mal, dass mein Eiweißbedarf wirklich so hoch ist und mich weder die umgewandelte Glukose noch die Insulinantwort aus meiner fragilen Ketose wirft.

Tag 9 – Dienstag

OK, ich bin immer noch in Ketose und warte ungeduldig darauf, dass sich das häufig beschriebene euphorische Gefühl einstellt und mein Körper mich in den Keto-Rausch katapultiert. Aber stattdessen fühlte sich mein Körper beim Aufwachen unendlich schwer an und ich wäre lieber liegen geblieben.

Der Urintest hat bestätigt: Jaaaa, immer noch Ketose. Die Farbe ist sogar dunkler als gestern. Ich glaube aber, mein Gehirn ist noch nicht voll umgestellt und würde sich eher über eine Portion Glukose freuen. Das würde vielleicht auch ein wenig meinen Antrieb steigern. Bekommt es aber nicht. Äääätsch. Zum Frühstück lieber eine Kokos-Bombe und bald kommt es an den Tag: Ich habe die Kokosnuss geklaut…

Was ich aber merke ist, dass man sich in diese Form der extremen Ernährung durchaus reinsteigern kann. Mein Denken dreht sich um Fett, nicht zu viel Eiweiß und bloß keine Kohlenhydrate. Wenn ich mir dann noch überlege, dass ich mit der Ernährung unter Umständen hormonelle Disbalancen erzeuge, dann ist das eigentlich verrückt. Aber ich will einfach am eigenen Körper und Geist erfahren, was Ketose mit mir macht, auch wenn ich natürlich über die Langzeitwirkung keine Aussagen treffen kann.

Aber wer kann das schon in einem Themenfeld, wo Wissen und nicht Wissen fast das Gleiche ist.

Mein Speiseplan war genau analog dem Vortag. Wie angenehm, da musste ich mir wenigstens wieder keinen großen Kopf machen und nichts aufschreiben.

Tag 10 – Mittwoch

Die tägliche Überprüfung hat ergeben, dass ich immer noch in Ketose bin und die Verfärbung des Ketostix ist inzwischen richtig dunkel. Und das auch, trotz des zu viel an Eiweiß. Das ist beruhigend und ich bleibe dann auch bei der etwas höheren Eiweißzufuhr, damit aus der gegebenenfalls daraus entstehenden Glukose meine Roten Blutkörperchen und die Nebenniere gefüttert werden können, ohne meine wertvolle Muskulatur zu verfüttern.

Aufgewacht bin ich wieder mit einer Schwere im Körper, als würde ich 130 kg wiegen. Oh Gott, hoffentlich bin ich nichtwirklich so schwer, wie ich mich fühle, dachte ich schon im Bett. Ich brauche im Moment einfach etwas länger, bis ich auf Flughöhe bin. Mein Hungergefühl ist inzwischen zwar nicht mehr ganz so stark, aber trotzdem noch deutlich unangenehm wahrnehmbar.

Aber ich bin eben auch einfach eine kleine Fressmaschine und kann in fast jeder Lebenslage futtern. Das war schon immer so. Da schafft es nicht mal die Ketose mir den Appetit zu verderben.

Um meine Fettzufuhr zu optimieren, habe ich mir wieder Schoko-Mandel-Konfekt gemacht. Die Dinger schmecken so fies lecker, dass ich die mir fast komplett hätte reinpfeifen können. Naja, fast habe ich das auch gemacht.

Aber hey, nachdem mein Körper in der letzten Woche in Panik 2,5 Kilo zugelegt hat, bewegt sich die Waage nun ganz leicht nach unten. Wenn ich es jetzt noch schaffe, trotz des Fettes unterkalorisch zu bleiben, müsste es eigentlich endlich meinen Fettreserven an den Leib gehen.

Nachdem ich mich heute insgesamt gut fühle, aber auch nicht euphorisch oder berauscht, so wie das manche Menschen auch beschreiben, überlege ich, das Projekt zu verlängern. Ich will meinen Kopf auf die Verwertung von Ketonkörpern trainieren, da schadet es sicher nicht, das Training noch etwas weiter zu machen.

Gegessen habe ich heute auch suuuuperleeeeecker…

Nach einer Kokosbombe zum Frühstück habe ich von dem sündigen Schoko-Mandel-Konfekt gegessen. Als Abendessen gab es Zucchini und Champignons mit Bratwurst.

Fett: 141 Gramm
Eiweiß: 100
Kohlenhydrate: 12
Kalorien: 1691

Naja! Das muss als Kommentar reichen

Tag 11 – Donnerstag

Die Ketose läuft, auch trotz meiner Eiweißgelage. Der Speiseplan von heute war auch analog dem vorherigen Tag. Und ich merke, dass sich auf der Waage etwas nach unten bewegt. Von den 2,5 kg mehr, sind wieder 800 g verschwunden. Vielleicht komme ich ja gerade erst so richtig in Schwung. Mit Energie fühle ich mich heute übrigens relativ gleichmäßig und gut versorgt.

Nach Kohlenhydratexzessen musste ich mich früher immer direkt hinlegen, weil das wie eine Schlaftablette auf mich wirkte. Aber die “böse” schwer fette Kost, macht mich zum Glück überhaupt nicht müde. Sowohl körperlich als auch geistig fühle ich mich gut. Ich fühle mich aber auch nicht besser, als bei einer moderat kohlenhydratreduzierten Kost. Am Ende wird dann eben doch die genusslüsterne Betti die Oberhand gewinnen. Mal wieder so richtig üppig in Gemüse schwelgen, und dass ganz ohne auf die Kohlenhydrate zu achten, ach was wäre das schön.

Aber, ich habe schon heute für mich entschieden, dass ich das Projekt wirklich weiterführen werde. 2 Wochen ist einfach nicht aussagekräftig genug. Auch wenn ich da sicher noch etwas kreativer werden muss, was meinen Speiseplan angeht.

Tag 12 – Freitag

Aufgewacht bin ich heute in einem Zustand, als hätte ich 3 Koffeintabletten genommen. Vollkommen aufgedreht bis fast schon zittrig. Vom Gefühl her so, als hätte ich einen Blutdruck von 200 zu 120. Ich habe natürlich gemessen und mein Blutdruck war im total normalen Bereich.

Vielleicht ist das jetzt wirklich dieser berauschte Zustand der Ketose, von dem so häufig berichtet wird. Aber wenn das ein länger anhaltender Zustand sein soll, dann finde ich den furchtbar. Als wäre ich das HB Männchen oder als hätte ich permanent den Finger in der Steckdose. Total unangenehm. Vielleicht ist es auch die merkwürdige Sternenkonstellation der Sofi (Sonnenfinsternis), die heute ist.

Auf jeden Fall habe ich weiterhin mit meinem Essprogramm weiter gemacht, aber mir war die Lust zum Aufschreiben vergangen. Fuck the Duck, ich lass das jetzt sein. Kurz habe ich darüber nachgedacht, das Projekt doch abzubrechen, aber ich werde noch 2 Wochen bis Ostern dranhängen und dann zu einem Fazit für mich kommen.

Wie es nach den tagtäglichen Aufschreibungen weiter gegangen ist…

4 Wochen Ernährung mit dem Ziel Ketose liegen hinter mir.

Wie es mir weiter ergangen ist, versuche ich nun verdichtet darzustellen. Insgesamt muss ich sagen, dass ich mich körperlich und intellektuell uneingeschränkt leistungsfähig gefühlt habe. Vielleicht meinen Geist sogar etwas geschärfter empfunden habe als zuvor.

Relativ häufig habe ich mich sehr aufgekratzt gefühlt. Fast so, als hätte ich immer zu viel Kaffee getrunken. Aber das war ein Gefühl, was definitiv nicht unangenehm war, sondern meistens von mir als eher positiv empfunden wurde. So ein wenig war ich wie ein Duracell-Hase, der läuft und läuft und läuft. Aber ob es auch ein gesunder Zustand war, lass ich mal dahingestellt sein. Ich erinnere an die Stresshormone, die bei extremer Kohlenhydratknappheit von der Nebenniere ausgeschüttet werden sollen. Wobei ich dazu sagen muss, dass ich natürlich auch eine sehr niedrige Kohlenhydratgrenze hatte, die eigentlich immer nur zwischen 15 g und 20 g pro Tag lag.

Aber vom Befinden absolut ein Zustand, der für mich in Ordnung war.

Anders sieht das mein Mann, der „angeblich“ schräge Veränderungen bei mir festgestellt hat. Nicht die merkwürdigen Körpergerüche – die sind schließlich mit Deo und Mundwasser zu bekämpfen. Nein, ich bin wohl häufiger als sonst auf merkwürdige Ideen und Spässe gekommen. Jetzt habe ich ja so schon einen kleinen Schalk im Nacken und während des Keto-Experiments war das wohl noch sehr viel ausgeprägter. Ich habe das so für mich nicht empfunden, muss mich da aber wohl der Wahrnehmung meines lieben Göttergatten beugen. Wahrscheinlich habe ich mit meinen permanenten Dummheiten, die in meinem ketösigen Kopf entsprungen sind, noch mehr als sonst mein “sonniges” Gemüt gezeigt. Das kann dann aber auch, wenn es zu viel wird, irgendwann nerven.

Eine Sache, die sich im Verlaufe der 4 Wochen immer negativer entwickelt hat, war mein Schlaf. Es gelang mir mit jedem Tag schlechter einzuschlafen und oft lag ich bis 1 Uhr nachts war ich Bett. Merkwürdige Träume häuften sich und ich war dazu auch meist sehr früh wach. Der eine mag das verringerte Schlafbedürfnis positiv bewerten, ich habe mich jedoch nicht gut dabei gefühlt, auch wenn ich kaum Müdigkeit am Tag verspürt habe.

Ich war fast die ganzen 4 Wochen bei einer Zufuhr von Kohlenhydraten unterhalb von 20 g. Das ist sehr wenig und für mich auch um einen leckeren und abwechslungsreichen Speiseplan zu erstellen definitiv zu wenig. Spätestens als ich im Rewe Supermarkt im Angesicht einer Blutorange angefangen habe zu sabbern spürte ich, dass ich auf bestimmte Dinge, zumindest gelegentlich, nicht verzichten will und auch nicht sollte.

Gut, das wäre ja dauerhaft in der niedrigen Grenze auch nicht nötig. Schließlich wäre es jetzt daran gewesen meine persönliche Ketose-Grenze auszutesten und dann entsprechend meinen Speiseplan bunter zu gestalten.

Was ich aber trotzdem nicht tun werde, auch wenn der Gedanke mehr als reizvoll ist und ich auch wirklich damit geliebäugelt habe. Aber ich mag nicht regelmäßig zählen und aufschreiben und bin eine hartnäckige APP-Verweigerin. Das macht eine Ketose optimierte Ernährung eher schwierig. Und ich will keiner Ketose hinterher hecheln oder eben zu großen Augenmerk darauf legen müssen, dass ich meine Ernährung dauernd entsprechend einhalte.

Das passt einfach nicht zu mir persönlich.

Also kehrte ich zu Ostern wieder zurück zu meiner moderateren Kohlenhydratzufuhr (50-100 pro Tag).

Aber, ich werde in Zukunft sicher regelmäßig meine Ketosefähigkeit wieder trainieren. Denn von der trainierten Ketosefähigkeit profitiere ich auch im “normalen” Low Carb Bereich, weil ich so schneller und direkter an der Fettbrennung hänge. Gerade, wenn ich wieder gelegentlich Intermittierendes Fasten mit einbinden möchte, bringt mir das einen Vorteil beim Fettabbau, wenn mein Gehirn über eine Ecke am Hintern saugen kann.

Es war ein spannendes und erkenntnisreiches Experiment. Es bestätigt mich wieder darin, dass es nicht einen Weg für alle gibt, sondern jeder seinen persönlichen Weg finden muss.

Aber auch das kann Spaß machen und schmecken…

Gewichtsmäßig war die Zeit eher ein Supergau, weil ich tatsächlich über 2 kg zugenommen habe.

Sozusagen ein Gewichts-Fukushima…

Mir schlug die Ketose definitiv nicht auf den Appetit, auch wenn fiese Heißhungerattacken nicht vorhanden waren. Ich bin schon immer eine sehr gute Esserin und brauche um satt zu sein einfach den Bauch voll. Bei dem energiedichten Fett ist dann eben auch schnell die Kaloriengrenze überschritten, die auch Low Carb Ketogen zur Gewichtszunahme führt.

Das Nachdenken über mein doch irgendwo gestörtes Sättigungsempfinden, was glaube ich bei noch mehr sehr stark übergewichtigen Menschen ein Thema ist, hat mich dazu gebracht, mich mit dem körpereigenen Hormon Leptin zu beschäftigen, was nämlich unmittelbar mit dieser Problematik zu tun hat. Es gibt also noch genügend Themen, die wir beide in der Zukunft miteinander beackern können.

Aber, wenn ich noch einmal irgendwo lese, dass man so viel Fett essen kann wie man will und das Kaloriendefizit keine Rolle spielt, dann flippe ich auch ohne Ketose aus. Es ist ein großer Vorteil, wenn der Körper an der Fettzapfsäule hängt, aber es ist eben auch kein Freifahrtschein für 5000 Kalorien aus Fett am Tag.

Also zurück zu meinem Happy Carb Freestyle Low Carb Weg und lecker mit Gemüse, Gemüse, Gemüse den restlichen Kilos den Kampf ansagen.

Ostern war natürlich nicht optimal um hurtig das höhere Gewicht wieder auszugleichen und so summierte sich das Gewicht von mir auf peinliche 74,5 kg auf der Waage. Ja, jetzt ist es endlich raus.

Du darfst gerne mit mir schimpfen!

Aber egal, die Zeit geht nur vorwärst und vor dem ersten Schwimmbadbesuch im Sommer – wann macht das eigentlich auf ? – , will ich endlich eine 6x auf der Waage sehen.

Ich will, ich will, ich will…und ich werde!

Heute gibt es auch wieder einmal meinen Essensplan:

Frühstück: Rhabarber-Frühstücksbrötchen
Mittagessen: Hüttenkäse mit Sahnemeerrettich, 1 Osterei, Paprika, Karotte, Kohlrabi als Rohkostsalat
Abendessen: Indische Hack-Spinatsuppe

Typisch Happy Carb eben…

Gute Nachrichten gibt es aber dennoch!

Es stand die regelmäßige Diabetes Blutuntersuchung an. Und wie immer war ich sehr nervös, als ich beim Arzt war und die Ergebnisse mitgeteilt bekommen habe. Auch wenn ich eigentlich ganz entspannt da sitzen könnte, beschäftigt mich der Termin doch schon Tage im Voraus gedanklich. Was, wenn der Wert schlechter werden würde? Ich käme mir mit meinem Blog ja vor wie eine Betrügerin. Und es war jetzt auch spannend zu sehen, was die 4 Wochen ketogene Ernährung aus meinem Blutzuckerwert gemacht haben.

Und ich freue mich: Es ist alles im grünen Bereich!

Mein Blutzucker-Langzeitwert lag bei super 5,6 und mein Nüchternblutzucker, der am Tag der Blutentnahme gemessen wurde war nur 75. Auch alle anderen Blutwerte waren prima und mein Diabetologe und Hausarzt war sehr zufrieden mit mir. Nochmal zu Erinnerung: Ich nehme keine blutzuckersenkende Medikamente mehr!

Low Carb (und auch Ketogen) ist also nach wie vor für mich eine hervorragende Ernährungsweise um meine Diabetes Typ 2 Erkrankung in Schach zu halten.

Egal, was die Low Carb Kritiker auch immer sagen…

Liebe Grüße Betti

PS. Nach der Umstellung auf Happy Carb mit weniger Fett, ist auch die häufige Übelkeit glücklicherweise wieder verschwunden. Alles prima und ich freue ich auf den Frühling!

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64 Kommentare auf "Das Keto-Experiment – Die macht das wirklich"

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Eva
Eva

Liebste Betti,

hab vielen Dank für Deinen grandiosen Blog und der damit wunderbar verständlichen und humorigen Aufklärungsarbeit, die Du leistest.

Und jetzt kommt schon das ABER 😉

Wieso hat denn hier niemand nach Deinem Hardcore Blutwurstgemüse Muffin gefragt, ich flehe und bettel Dich an, bitte, bitte stell dieses Rezept online, ich weiß nicht was mit mir los ist, aber gerade überkommt mich eine geladene Blutwurstgeilheit, nein im Ernst, ich würde mich über das Rezept sehr freuen.

Zu meinen Erfahrungen bezüglich Ketose.

Ich komme recht schnell rein in die Ketose, der Urintest schlägt bei mir zumindest spätestens nach drei Tagen an, wenn nicht sogar früher, was vielleicht daran liegen könnte, dass ich meinen Stoffwechsel bereits auf Ketose trainiert habe, vor zwei Jahren habe ich bereits drei Monate ketogen gelebt und ansonsten praktiziere ich schon jahrelang “intermittierendes Fasten”.
Seit heute genau vier Wochen lebe ich wieder streng ketogen, weil ich leider im letzten Jahr massiv zugenommen habe (12 Kilo Kummerspeck), weil ich meinen Candidapilz aushungern möchte und weil lowcarb meinen Insulinspiegel nicht Achterbahn fahren lässt und ich somit kein Opfer von Fressattacken werde, die mich ansonsten übermannen. Hauptsächlich quäle ich mich aber durch die Ketose, weil der Pilz nur ausgemerzt wird, wenn konsequent auf die nicht komplexen KH und (Frucht)zucker verzichtet wird.

Warum ich aber eigentlich kein Fan von Ketose bin:

Ich komme zwar schnell rein, aber scheinbar braucht mein Stoffwechsel ca. drei bis vier Wochen Zeit, um sich tatsächlich umzustellen, und diese Zeit ist für mich der blanke Horror, ganz einfach, weil ich in dieser Zeit beschissen schlafe. Ich habe allergrößte Einschlaf- und Durchschlafprobleme, nicht selten, dass ich zwischen drei und fünf Uhr morgens aufwache, vollkommen gerädert und erschöpft und anschließend nur noch vor mich hindöse und nicht mehr tief und fest einschlafen kann.
Leider komm ich mit wenig Schlaf nur sehr kurz klar, um ehrlich zu sein so überhaupt nicht, weswegen ich ab einem bestimmten Punkt nur noch auf dem Zahnfleisch krieche und vollkommen neben mir stehe und überhaupt nicht leistungsfähig bin.

Hat jemand von Euch eine plausible Erklärung für die vierwochen andauernden Schlafstörungen? Ich verstehe das einfach nicht, weil alle immer beschreiben, dass sie nur in den ersten Tagen der Umstellung bescheiden schlafen, aber sich sobald sie in der Ketose sind, der Schlaf sogar verbessert, bei mir ist das leider überhaupt nicht der Fall, woran liegt das? Und an welchen Schrauben muss ich drehen, damit ich nicht mehr so lange leiden muss?

Habt Ihr Erklärungen und Tipps, wie ich die dreiwöchige Tortur in Zukunft umgehen kann?

Über hilfreiche Tipps wäre ich sehr dankbar

Michaela
Michaela

Hallo Betty!
Jetzt habe ich es auch mal versucht… Vier Wochen ketogen und ich lebe noch und meine Umgebung auch…
Alles in allem ein spannendes Experiment, aber für mich auf Dauer nicht vorstellbar. Allein die Rechnerei ging mir so quer. Deine beschriebenen Nebenwirkungen hatte ich eigentlich gar nicht, bis auf die Gewichtszunahme und die Ausdünstungen (und das bei den Temperaturen die letzten Wochen…). Allerdings habe ich mich mal wieder durchmessen lassen und durfte feststellen, ich habe Muskelmasse aufgebaut und Fettmasse verloren, also ist die Gewichtszunahme kein Problem. Man darf sich halt nicht auf normale Waagen verlassen, sondern nur aufs Hosengefühl.
Mein Fazit: Zwischendurch mal ganz probat und die Erfahrung wert, aber auf Dauer werde ich bei Low Carb bleiben. Für mich einfacher und besser umzusetzen.
Liebe Grüße, Ela

Leona
Leona

Liebe Betti, vielen, vielen Dank für deinen Selbstversuch, den du so herrlich dokumentiert hast. Ich hatte mich gerade quer durchs Netz gelesen, um zu entscheiden, ob ich LCHF probieren sollte. Aber ich bin wohl ähnlich gestrickt wie du. Also werde ich mit Happy Carb weiter machen. Das tut mir gut. Mein Langzeit-Zuckerwert ist schon deutlich runter gegangen. Liebe Grüße Leona

Gerti
Gerti

Hallo Betti, dein Experiment ist ja jetzt über ein Jahr her. Hast du seitdem mal wieder etwas in der Richtung unternommen? Vier Wochen sind tatsächlich etwas kurz um eine Adaption zu erreichen. In Ketose ist man schon nach ein paar Tagen, aber es dauert Monate bis der Körper die Ketone auch vollständig nutzt. Ich hab auch in den ersten 4-6 Wochen zu viele Kalorien konsumiert und der Körper nimmt das Fett, dass ihm immer vorenthalten würde, erstmal dankbar an. Das geht aber vorbei und danach hat man viel Energie auch ohne viel Essen. Das Volumen bekommt man am besten durch Feldsalat, Spinat (ein 500 g Beutel hat grad mal 3 carbs), Champignons, grünes Gemüse mit Butter, Schmalz oder Öle wie Oliven- oder Avocadoöl oder eben rotes Palmöl und Kokosöl. Man kann ruhig bis zu 20 g carbs am Tag aus Gemüse essen und lieber auf Nüsse und Milchprodukte weitgehendst verzichten. Bei low carb fehlte mir immer die Energie, weil der Körper zu wenig carbs hatte um immer ausreichend mit Energie versorgt zu sein, aber zu viele um Fett zu verbrennen. Das Ziel sollte auch nicht eine überwiegende Energieversorgung durch die Proteine sein. Es dürfen aber ruhig 60-90 g pro Tag sein, je nach Gewicht und Aktivität. Meines Erachtens lohnt es sich, eine stabile Ketose und einen keto-adaptierten Zustand zu erreichen. Es ist auf jeden Fall besser als eine dauerhafte hohe Proteinzufuhr. Auch wenn man am Anfang so viel isst, dass man zunimmmt, geht das wieder ein paar Wochen später weg (zugunsten eines geringeren Körperfettanteils).

Stefan Weilhartner

Hallo liebes Happy Carb Girl,
ich hab mir deinen Bericht gerade reingezogen weil ich die Tage auch auf Low Carb High Fat umgestellt habe – bei mir ist das aber recht schnell gegangen, trozt dem Umstand daß ich manchmal schon Pre-Diabetes Typ 2 habe (aber nicht immer).
Das hängt sicherlich auch stark mit meinem Lifestyle zusammen, der auch zu einem Gewicht von 122kg geführt hat.
Ich hab im Internet – speziell auf Youtube – viel recherchiert bevor ich richtig verstanden hab warum das mit der Keto-Diät funktioniert.
Da hab ich einen tollen Bericht auf youtube gefunden (ab Minute 55 wirds dann richtig interessant): “Why We Get Fat”

Daraus geht hervor, daß die Ketose erst dann richtig gut funktioniert wenn der Insulinlevel gesunken ist. Erst dann lässt der Körper wieder das Fett aus den Zellen und verwendet es als Treibstoff. Wenn man aber zu viel Protein zu sich nimmt, hat man noch immer einen zu hohen Insulinspiegel, der die Ketosis stört.
Da hast natürlich am Beginn deiner Diät die Anfangsschwierigkeit gehabt, erst mal sämtliche Kohlehydrate aus dem Körper zu bringen, damit der Insulinspiegel – was den Zucker betrifft – sinkt. Weiters hast du gleichzeitig noch immer etwas zu viel Protein zu dir genommen, was ebenfalls den Insulinspiegel nicht ausreichend fallen lies.
Darum hast du sehr lange gebraucht (fast zwei Wochen!?) bis die Ketosis so halbwegs funktioniert hat.
Ich glaube, damit das gut funktioniert und die Umstellung schnell voran geht, muß man am Beginn extra viel Fett und dafür extra wenig Protein und Kohlehydrate zu sich nehmen.
Ich hab mir gesten eine Blutwurst gemacht (100g. Zwiebel mit 50g Butter anrösten und 330g geschnittene Blutwurst mit Gewürzen in die Pfanne dazu) und hatte nach dieser Portion den ganzen Tag kein Verlangen mehr etwas zu essen – unglaublich sättigend – war ja auch nicht wenig – könnte man reduzieren.
Ich hab mir das dann ausgerechnet ==> 156 Gramm Fett, 13 Gramm Kohlehydrate, 51 Gramm Protein
Daran sieht man daß Kohlehydrate plus Protein weit unter 100 Gramm liegen (13+51 = 64 Gramm).
Der Effekt, der sich daraus ergibt: kein Hunger, weil riesige Portion, Umstiege zur Ketosis geht schnell.
Ich bin jetzt nach vier Tagen auf 119kg heruntergepurzelt ohne ein einziges mal Hunger leider zu müssen.
Aber Achtung: davon sind mindestens 2kg reine YOYO-Wasser-Kilogramm. Das macht sich auch mal mit einem Tag Durchfall bemerkbar, wo der Körper auch das Wasser verliert, das durch die Kohlehydrate im Körper gebunden ist.
Einen etwas seltsamen Tag an dem man zittrig ist – wow, eine Tasse Kaffee wirkt jetzt wie früher vier Tassen – oder ganz minimale Grippesymtome hat (wie ganz leichtes fieber mit minimalstem schwindel oder verwirrtheit = brainfog) ist bei mir auch aufgetreten.
Ich glaube einfach, daß die Kochlogistik das Um und Auf ist, ob man erfolgreich mit dieser Diät ist oder nicht.
Man braucht sehr gute Rezepte, die man praktisch umsetzen kann, und man muß auch eine gute Lösung für ein Mittagessen finden, wenn man Mitags in der Arbeit ist und dort der Zugang zu Keto-Futter schwierig wird.
Darum sehe ich ein Potentielles Scheitern nur im Problem der Keto-Versorgung. Interessanter Weise brauche ich aber nicht regelmässig etwas essen. Da ich sowieso genug Fettreserven mit mir rumtrage und die Ketosis bei mir offensichtlich funktioniert, habe ich hier kein auffallendes Hungergefühl und keine Heißhungerattacken.
Über Kalorien habe ich mir bisher gar keine Gedanken gemacht – solange ich satt bin und eben genau dadurch unter 2000 Kalorien am Tag bleibe brauche ich mir das auch nicht durchrechnen. Ich hab das rein Interessehalber mit der Blutwurst gemacht und bin dann auf 1715kcal gekommen. Nicht wenig für eine einzige (riesige) Malzeit. Aber ich brauchte den ganzen Tag sonst nichts (nur Tee ohne Zucker und Wasser getrunken) und hatte auch am Morgen danach noch keinen Hunger 🙂
Somit ist offensichtlich das Insulin in meinem Körper runter und der Körper kann an die Fettreserven gehen 🙂

Vielleicht helfen dir oder anderen meine Gedanken zu diesem Thema weiter.
Der Erfolgsbremser Hunger fällt hier, wenn man es richtig macht weg und das ist schon mal der Faktor warum andere Diäten zwangsweise Scheitern, weil der ständige Hunger einem irgendwann die Motivation killt.
Aber der Schlüssel ist hier sicherlich vor dem Beginn mit der Ketose ausreichendes Rezeptmaterial zu finden, mit dem man die Grammziele wirklich erreicht und speziell ein den ersten Tagen übererreicht (mehr fett, weniger Carbs, weniger Protein), damit die Umstellung schnell geht. Und sich mal einen Tag ein Aspirin reinzuziehen, damit die Umstellungserscheinungen gemilder werden ist auch kein Fehler.

Gruß aus Linz, Österreich
WhyLee.

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