Januar bis Juli 2014 – Zeit der Veränderung

Meine Rückkehr an meinen Arbeitsplatz nach 2 Monaten fiel mir schwer. Wahrscheinlich weil ich schon damals wusste, dass der Ofen eigentlich aus war und mein Innerstes das Arbeitsverhältnis schon lange gekündigt hatte.

Aber so einfach war das nicht. Ich hatte einen guten Job als Personalleiterin in einem größeren Unternehmen der Dienstleistungsbranche und von außen gesehen hatte ich alles, was man sich wünschen konnte. Einen guten Verdienst, einen Firmenwagen und eine Position, die mir Respekt und Aufmerksamkeit sicherte. Trotzdem spürte ich immer deutlicher, dass mein Arbeitsplatz mir schadet und mich krank macht. Dabei war es nicht nur der immerwährende hohe Stresspegel und das Chaos, dass in der heutigen Arbeitswelt allgegenwärtig ist, was mir Probleme machte, sondern ich merkte, dass es um viel tiefer liegende Fragen ging.

Ich verstand langsam, dass meine innere Haltung und meine persönlichen Werte mit der Unternehmenskultur meines Arbeitgebers nicht in Einklang zu bringen waren und diese Diskrepanz zu einer Belastung führte, die mich in der Vergangenheit hat essen lassen. Jetzt, ohne diese Option des Wegfressens fühlte ich mich schutzlos ausgeliefert und merkte, wie ich abbaute.

Betti im April 2014

Betti im April 2014

Gleichzeitig absolvierte ich wie eine Maschine mein Programm. Happy Carb Ernährung und Bewegung, nur das alles jetzt eben neben dem Vollzeitjob und neben dem Haushalt. Aber einen festen Willen hatte ich schon immer, wenn ich etwas will, dann will ich das und kann dann unglaubliche Energien freisetzen. Von dieser Zähigkeit und meinem Durchhaltevermögen profitierte ich während der ersten Monate des Jahres 2014.

Im Februar 2014 stand dann endlich die quartalsweise Überprüfung meiner Blutzuckerwerte an und ich war gespannt, ob sich die Veränderungen meiner Lebensweise auch in den Werten zeigten. Und die Werte hatten sich alle deutlich verbessert. Ob die Blutfettwerte oder die Leberwerte. Alles bewegte sich zwischenzeitlich innerhalb der Norm und das, obwohl ich noch im Oktober Blutwerte jenseits von Gut und Böse hatte. Mein Langzeitzuckerwert HBA1c bewegte sich von 9,2 auf 5,7 und mein Hausarzt war begeistert von dem, was ich geschafft hatte. Meine kohlenhydratreduzierte Ernährungsweise wurde wohlwollend bewertet und mein Gewichtsverlust lag Ende Februar dann auch schon bei insgesamt 30kg. Ich hatte also im Januar und Februar jeweils 5kg verloren. So konnte es weiter gehen, dachte ich mir.

Die ständig zunehmende innere Reibung, die ich aufgrund der Arbeitssituation verspürte, führte im März 2014 dazu das mir klar wurde, dass ich dem unerträglichen Zustand an meinem Arbeitsplatz ein Ende mache musste, ehe ich wieder in alte Gewohnheiten zurückfalle und alles was ich bisher geschafft hatte über Bord warf.

Da ich mich zu dem Zeitpunkt sehr erschöpft fühlte und auch die Arbeitstage nur mit viel Kraft überstanden hatte, hat mich mein Hausarzt erst einmal aus dem Verkehr gezogen und ich konzentrierte mich darauf wieder gesund zu werden und mir Gedanken über meine berufliche Zukunft zu machen.

Für mich wurde schnell klar, dass es kein Zurück mehr gab an meinen alten Arbeitsplatz. Es gelang mir daraufhin mit meinem Arbeitgeber eine einvernehmliche Lösung zu finden, wie sich unsere Wege trennen konnten. Im Unternehmen musste es ja auch weitergehen und dem wollte ich auch nicht im Wege stehen.

Betti im Mai 2014

Im Mai 2014

In der Zeit meiner Metamorphose habe ich mich selbst mit meinen Stärken und Schwächen besser kennengelernt, weiß was ich will und was ich nicht will. Wer dem eigenen Körper 50kg abgerungen hat, den kann eigentlich nichts stoppen. Alles ist gut, denn gemessen an den Problemen und Schicksalsschlägen mit denen andere Menschen zu kämpfen haben, sind meine Baustellen echte Luxusprobleme und mit eigener Kraft in den Griff zu bekommen.

Im Mai 2014 standen wieder die quartalsweisen Blutuntersuchungen an und mein Blutzucker-Langzeitwert hatte sich auf sensationelle 5,4 abgesenkt. Nachdem ich vor kurzem schon einen Teil der Blutdrucktabletten weglassen konnte, erlaubte mir mein Hausarzt auf meine Blutzuckermedikamente komplett zu verzichten. Ich werde zwar immer Diabetikerin bleiben, aber für den Moment habe ich der Krankheit erst einmal eine lange Nase gezeigt und habe die Krankheit erfolgreich in die Flucht geschlagen.

Betti im Juli 2014

Im Juli 2014

Es liegt an mir und meiner zukünftigen Lebensweise, wie lange das so bleiben wird.

Mein Gewicht hatte sich bis Ende Mai auf 88kg reduziert. Und dann nochmal bis Ende Juli auf 80kg. Das Tempo des Gewichtsverlustes hat sich natürlich verlangsamt, was vollkommen normal und OK ist. Kleinere Pausen bei der Gewichtsabnahme baut der Körper jetzt selbst ein und in Schüben verschwinden dann wieder einige Kilos.

Den restlichen Weg kannst du in meinem Blog verfolgen. Ich bin selbst gespannt …

 

Weiter mit „Diabetes Typ 2 – Mein Weg ohne Medikamente

Übersicht:

  1. Über mich – Happy Carb – Mein Low Carb Weg zum Glück
  2. Rückblick, oder wie ich dick wurde …
  3. Frühjahr / Sommer 2013 – Die Weichen werden gestellt
  4. Oktober / November 2013 – Die Reha
  5. Dezember 2013 – Christmas Shopping New York und Weihnachten
  6. Januar bis Juli 2014 – Zeit der Veränderung
  7. Diabetes Typ 2 – Mein Weg ohne Medikamente
  8. Was danach geschah


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