Meine diabetische Herzensangelegenheit (Werbung – Erstellt für Novo Nordisk)

Diabetes

Meine diabetische Herzensangelegenheit (Werbung – Erstellt für Novo Nordisk)

Ein Diabetikerherz ist zerbrechlich und braucht besondere Zuwendung…

Als die Anfrage kam, ob ich in Zusammenarbeit mit Novo Nordisk einen Beitrag machen will zum Thema Herzgesundheit und Diabetes, war mein erster Reflex sofort ja, und sogar sehr gerne. Still dachte ich mir hier für mich, dass die sich bei Novo Nordisk wahrscheinlich geirrt haben, und als Insulinhersteller versehentlich, bei einer bekennenden insulinfreien Diabetikerin gelandet sind. Im netten Austausch habe ich dann jedoch festgestellt, dass ich kein «Versehen» war, sondern man traut mir zu, dass ich ein für Diabetiker/innen und andere Menschen wichtiges Thema für meine Leser/innen gut aufbereitet rüberbringen kann und hier im Happy-Carb-Blog Menschen erreiche, die betroffen und interessiert sind.

Stimmt ja auch, sag ich da mal ganz frech!

Selbst hatte ich bisher nur nie wahrgenommen, dass sich Pharmahersteller auch aktiv um Aufklärungsarbeit rund ums Thema Diabetes bemühen. Jetzt weiß es aber besser, denn ich bin nun Teil der Kampagne «Diabetes Typ 2 und Herzgesundheit» und freue mich darüber.

Dass das Thema Herzgesundheit und Diabetes für mich gleich mehrere persönliche Bezugspunkte hat, wusste dort ja niemand bei der Anfrage.

Denke ich an Herzinfarkt, dann denke ich nämlich sofort an meinen Vater, der im Jahr 2002 erst einen Herzinfarkt mit anschließender Bypass-Operation hatte und kurz darauf folgten noch 2 Schlaganfälle. Keine gute Zeit und es war großes Glück, dass er all das ohne schwerwiegende Folgeschäden überstanden hat. Er ist anders geworden als früher, aber das bringt so eine existenzielle Erfahrung vielleicht mit sich und wie ich hier so sitze und tippe, laufen mir direkt einige Tränen die Backe runter. Ich bin eine Papatocher durch und durch. Mein Vater ist seit jeher mein Held gewesen und daran hat sich auch bis heute nichts geändert. Schön, dass wir ihn damals nicht verloren haben.

Happy Carb Herz

Wie konnte es so weit kommen…

Wenn ich sage, dass sich mein Vater nach der Krankheit verändert hat, dann auch, weil das Thema Gesundheit seitdem überhaupt erst eine Rolle spielt. Bis zum Tag seines Herzinfarkts war er eigentlich nie krank und dementsprechend selten beim Arzt. Gerade im mittleren Alter, hatte auch mein Vater etwas mit dem Gewicht zu kämpfen, wobei so ein Wohlstandsbauch in der Nachkriegsgeneration nicht wirklich kritisch gesehen wurde, sondern mit lustigen Sprüchen belohnt wurde. Es ging halt nach Jahren der Entbehrung jetzt allen gut, und der runde Bauch war der sichtbare Beweis.

Die Alarmglocken hätten eigentlich schon klingeln müssen, als mindestens 15 Jahre zuvor, der Bruder meines Vaters, also mein Onkel, einen schweren Herzinfarkt erlitt und die anschließende Bypass-Operation nicht überlebte. Der Onkel, nochmal einige Kilos schwerer und schon länger Diabetiker, war sich seiner großen Gefahr für Herz-Kreislauferkrankungen höchstwahrscheinlich nicht bewusst. Bis es dann eben rumste und das Leben unvermittelt und viel zu früh endete.

Jetzt weißt du auch, woher ich meine Vorbelastung für die Diabetes-Erkrankung habe, denn auch meine Tante väterlicherseits ist Diabetikerin. Interessant in dem Zusammenhang ist eigentlich, dass ich bis zu meiner eigenen Diabetes-Erkrankung nicht mal wusste, dass es im familiären Umfeld Diabetes gibt. Bei der Erkenntnis fühle ich mich echt doof und frage mich, worüber eigentlich jahrelang so gequatscht wurde, oder warum ich vielleicht in den wirklich wichtigen Momenten nicht richtig zugehört habe.

Auch wenn mein Vater kein Diabetiker ist, ist die Wahrscheinlichkeit groß, dass er Phasen in Leben hatte, gerade als er gewichtsmäßig schwerer war und sich auch weniger aktiv bewegt hat, dass er zumindest prädiabetisch war und der Blutzuckerwert bei Überprüfung gelegentlich bedenkliche Werte aufgezeigt hätte. Da er ja nie beim Arzt war und in höherem Alter gewichtsmäßig schrumpfte, wurde das nie aktenkundig.

Aber es gibt nichts zu beschönigen. Ich komme aus einer diabetesbelasteten Familie, die auch noch durchgängig in allen Gewichtsklassen Probleme mit dem Blutdruck hat. Das summiert sich und mündet im Worst Case am Ende in Herzinfarkt und Schlaganfall, konkret sogar mit tödlichem Ausgang für meinen Onkel.

Jetzt verstehst du auch, weshalb ich große Lust hatte, über das Thema zu Schreiben.

Jetzt erst mal einige Fakten, bevor ich mich hier in emotionalen Familiengeschichten verstricke und mein Mann mich gleich fragt, warum ich hier mit glasigen Augen hocke.

  • Herz-Kreislauf-Erkrankungen (Herzinfarkt, Schlaganfall, Herzschwäche) sind für etwa 3/4 der Todesfälle bei Menschen mit Diabetes verantwortlich.
  • Häufig betrifft es die älteren Diabetiker, aber der Herzinfarkt liegt auch bei Diabetikern vor dem 50. Lebensjahr an erster Stelle der Todesursachen (hmmm, ich bin jetzt 49 Jahre alt).
  • Im Verhältnis zu Personen ohne Diabetes, ist die Diabetes-Erkrankung bei Frauen ein noch größerer Risikofaktor für eine lebensbedrohliche Herzgefäßerkrankung als bei Männern.
  • Interessanterweise sorgt sich jedoch weniger als die Hälfte der Typ-2-Diabetiker um Herz-Kreislauf-Erkrankungen.
  • Einem Drittel der Patienten ist der Zusammenhang zwischen Typ 2 Diabetes und kardiovaskulären Folgeerkrankungen nicht mal bekannt.

Na das wollen wir jetzt aber mal grundlegend ändern.

Lass uns mal einen Blick darauf werfen, was uns so gefährlich ans Herz geht.

  • Die Kombination von Übergewicht, Bluthochdruck, Bewegungsmangel, Fettstoffwechselstörung, Insulinresistenz (vielleicht sogar noch Rauchen) erhöht die Wahrscheinlichkeit an einer Herz-Kreislauferkrankung zu sterben, bei jedem Menschen, signifikant. Kommt dann aber noch – im ungünstigsten Fall ein schlecht eingestellter – Diabetes hinzu, wirkt das wie ein Brandbeschleuniger und Risikomultiplikator in den Blutgefäßen.
  • Arterienverkalkung bildet sich nämlich bei Diabetikern häufiger, dazu schneller und meist zugleich an mehreren unterschiedlichen Gefäßarealen aus. Arteriosklerotische Gefäßveränderungen betreffen Diabetiker (Typ 2, aber auch Typ 1) daher in einem früheren Alter, als Nicht-Diabetiker. Auch wenn sich die Erkrankung über Jahre entwickelt, potenziert sich die Gefahr mit der Diabetes-Erkrankung und der Verlauf beschleunigt sich.
  • Die Blutplättchen bei Diabetikern und Menschen mit viel Stress sind daueralarmiert. Sie schließen sich eher zu einem Geflecht zusammen und die lagern sich wiederum an den Gefäßwänden ab. Lösen sich dann von den kleinen Blutgerinnseln, können diese die verengten diabetesgeschädigten Herzkranzgefäße verschließen und damit einen Herzinfarkt verursachen.
  • Neben der eben bereits beschriebenen Makroangiopathie (Arterienverkalkung), leiden Diabetiker zudem häufig auch unter einer Schädigung der Nerven (Neuropathie). Bei Diabetes kann es dabei zu einer Schädigung der Nervenfaser des Herzens kommen. Das hat dann Auswirkungen auf die Herzfunktion, denn das Herz verliert seine Leistungsfähigkeit und seine Anpassungsfähigkeit. Dazu kann es passieren, dass ein Herzinfarkt wegen der Nervenschädigung nicht bemerkt wird und „stumm bleibt“.

OK, es reicht und ich denke, du hast jetzt auch verstanden, dass wir es hier mit keinem Schnupfen zu tun haben.

Nur noch ein Hinweis, bevor wir uns den angenehmeren Dingen zuwenden und zusammen schauen, wie wir dem über uns schwingenden Damoklesschwert ausweichen können.

Die beschriebenen Gefahren tauchen nämlich nicht erst bei einer manifesten Diabetes-Erkrankung auf, sondern sind bereits im Stadium der gestörten Glukosetoleranz vorhanden, da sich bereits hier – wie beim manifesten Typ-2-Diabetes, die klassischen kardiovaskulären Risikofaktoren finden lassen. Das wirft mich jetzt an dem Zeitpunkt wieder zurück zu meinem Vater, bei dem ich, wenn auch keine Diabetes-Diagnose vorliegt, über viele Jahre mindestens eine gestörte Glukosetoleranz vermute.

Jetzt nicht die Nerven verlieren, sondern die richtigen Schlüsse ziehen.

Ich will natürlich kurz berichten, was mein Vater heute anders macht als früher. Er ist nämlich schlanker geworden, körperlich aktiver, er raucht nicht mehr und trinkt nur selten ein Gläschen Wein. Die Ernährung wurde umgestellt, und heute gibt es viel mehr Gemüse auf dem Teller, meine Mutter achtet auf gesunde Fette und kocht täglich frisch. Von meiner kohlenhydratreduzierten Ernährungsweise konnte ich sie noch nicht komplett überzeugen, aber so einige Gerichte aus meinen Kochbüchern, stehen bei meinen Eltern inzwischen regelmäßig auf dem Tisch und mein Rat ist gefragt.

Ich sage nur Bolognesesuppe, die einfach den größten Skeptiker überzeugt.

Betti mit Kochlöffel

Auch die Haltung zu Arztbesuchen hat sich grundlegend geändert. Die Blutwerte, Herzgesundheit und alles was es braucht, lässt mein Vater regelmäßig überprüfen und hat inzwischen eingesehen, dass es ganz gut ist, wenn man ärztlichen Rat in Anspruch nimmt. Meine Eltern haben beide durch die Veränderung des Lebensstils mehr Lebensqualität gewonnen und sicher auch viele Lebensjahre. Nächstes Jahr wird mein Vater dann hoffentlich gesunde 80 und ist immer noch so agil und geistig fit wie heute. Ich habe wenige Wünsche, aber das ist einer, der mir am Herzen liegt!

Also, was tun, um als Diabetiker/in das Herzrisiko zu minimieren:

  • Das Körpergewicht in einem gesunden Rahmen halten und falls vorhanden, Übergewicht abbauen.
  • Den Blutzucker auf einem guten Wert einpegeln, um Gefäßrisiken zu reduzieren.
  • Bluthochdruck ernst nehmen und bei Bedarf senken.
  • Eine passende gesunde Ernährung, die hilft den Blutzucker und das Gewicht im Lot zu halten.
  • Mehr Bewegung ins Leben integrieren. Das reduziert den Blutdruck und Blutzucker, optimiert die Blutfettwerte und hält die Gefäße fit.
  • Arbeit und Stress dosieren. Pausen und Auszeiten regelmäßig einbauen. Die eigenen Bedürfnisse und Grenzen respektieren und sich selbst mehr Aufmerksamkeit zukommen lassen.
  • Blutzucker und Blutdruck regelmäßig beim Arzt prüfen lassen (auch daheim immer wieder messen und die Ergebnisse unbedingt mit zum Arzt nehmen).
  • Den Check-up 35 (Gesundheitscheck für Kassenpatienten ab 35 Jahre, alle 2 Jahre) nicht ungenutzt verstreichen lassen, sondern das Angebot nutzen.

Du merkst schon, um einen guten Arzt kommst du nicht herum. Suche dir einen Arzt des Vertrauens, wo du dich gut aufgehoben fühlst und mit deinen Belangen ernstgenommen. Gerade wenn man sich so wie ich, um die eigene Gesundheit aktiv bemüht, und dass wegen schlechter genetischer Grundausstattung auch wirklich tun muss, tut die positive Bestätigung dann auch schwarz auf weiß in Blutwerten oder in motivierenden Worten des Hausarztes gut. Und wenn mal der Schlendrian kommt und die Disziplin der Faulheit weicht, hilft auch hier ein klares Wort des aufmerksamen Docs, um wieder in die Puschen zu kommen.

Also, gehe hin und lass dich regelmäßig checken. An meinem Vater – und an mir, denn nichts anderes beinhaltet mein Happy-Carb-Weg – siehst du ja, dass eine Änderung des Lebensstils, sich auch in höherem Alter noch lohnt und mit gesünderen Lebensjahren vergütet wird.

Herzgesundheit und Diabetes

Mir wurde beim Schreiben dieses Beitrages einmal mehr klar, dass ich mit meiner gesundheitlichen Geschichte (lange Jahre massives Übergewicht, Diabetikerin, Bluthochdruck) eine Hochrisikopatientin für Herz- Kreislauferkrankungen bin und diese 25 extrem ungesunden Jahre sicher nicht ungeschehen auslöschen kann. Aber ich kann jetzt jeden Tag etwas dafür tun, dass sich die Situation anders entwickelt, als das noch vor 5 Jahren meine unerfreuliche Perspektive war. Meistens machen die neuen Gewohnheiten ja auch richtig Spaß. Da denke ich an die aktuelle Freibadsaison und meine geliebten Schwimmrunden. Dann natürlich die Grillabende mit leckeren Gemüsesalaten, Röstgemüse mit Olivenöl und gekräuterten Lachsteaks vom (Gas)Grill. So macht Herzgesundheit doch Freude, oder findest du nicht? Mit viel Genuss und ohne sich zu verbiegen, gesund leben.

Immer daran denken:

Es muss nicht alles perfekt sein, aber viel besser und gesünder als früher und es soll nachhaltig Spaß machen und schmecken!

Und sollte dir mal ein Diabetiker sagen, dass sein Schlaganfall oder sein Herzinfarkt nichts mit seiner Diabetes Erkrankung zu tun hat, dann weißt du es jetzt besser und kannst Aufklärungsarbeit leisten.

So, wenn du nun nochmal die wichtigsten Informationen meines Beitrages schön übersichtlich dargestellt lesen willst, dann schau doch mal auf der Internetseite „Diabetes und Herz“ von Novo Nordisk. Die haben das da prima aufgeschrieben und nicht so wurstelig lang, wie das mein ausladender Schreibstil ist.

Danke, dass du den Beitrag gelesen hast, denn er ist wichtig. Ganz herzliche Grüße von meinem Papa, der überrascht war, dass er mit fast 80 Jahren nochmal Hauptprotagonist eines Blogbeitrages wird.

Danke an Novo Nordisk, dass sie den Beitrag zum Thema Herzgesundheit angeregt haben und ich bin wirklich positiv überrascht, mit welchem Engagement dort Aufklärungsarbeit unterstützt wird.

Happy Grüße, Betti

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Marianne
Marianne

Liebe Betti,
danke für deinen sehr interessanten und wichtigen Beitrag. Damit wird mir wieder bewusst, dass die möglichen Folgen der Diabetes-Erkrankung so gut wie möglich von jedem mitbeeinflussbar sind.
Schade finde ich, dass es Ärzte gibt, die entweder kein umfassendes Wissen haben, was jeder Diabetiker selbst tun kann, um das Risiko der Folgeerkrankungen zu minimieren oder nicht daran interessiert sind. Wobei es sicher welche gibt, die den Patienten dazu ermuntern. Also sind eigene Information und Aktivität gefragt.
Deinem Vater wünsche ich, dass er sich noch viele Jahre mit seiner gesünderen Lebensweise am Leben erfreuen kann.
Liebe Grüße,
Marianne, um die es eine Zeit still hier war, aber die weiter feste Rezepte ausprobiert und das Essen genießt.

Michaela
Michaela

Moin Betti!
Sehr schöner und aussagekräftiger Artikel.
Da arbeite ich jeden Tag mit Novo-Produkten, aber auf der Seite habe ich mich noch nie verlaufen… Liegt vermutlich aber daran, daß ich sowas immer unter trockener Fachliteratur ablege und mir eine persönliche Zusammenfassung, wie eben deine, allemal lieber ist.
Was ich leider immer wieder feststellle ist, daß selbst für manchen ausgewiesenen Endokrinologen, Diabetes eben so eine bequeme Erkrankung ist. „Nehmen sie mal eine Tablette mehr“, „da passen wir das Schema mal neu an“ oder „vielleicht können sie etwas abnehmen“, aber keine Beratung zu Lebensgewohnheiten, Ernährung, etc. Bitte keinen Aufwand und keine Diskussionen und wenn der Doc das sagt, wirds schon stimmen. Das sorgt für haarsträubende Erlebnisse, mit denen ich mittlerweile Bücher füllen könnte…
Aber seis drum, manches braucht eben Zeit und wohldosierte Aufklärung. Vielleicht nimmt sich auch mal jemand das zu Herzen, was die Schwester sagt (ich geb nicht auf) und fragt seinem Doc daraufhin Löcher in den Bauch.
Bis dahin hoffentlich viele weitere spannende Artikel von dir und alles Gute!
Liebe Grüße, Ela

Roland
Roland

Hallo liebe Betti,
man, schon wieder ein total verständlicher, sehr gut aufbereiteter Artikel von Dir über ein wieder so wichtiges Thema! Und wie immer mit der sanften Aufforderung, Verantwortung für sich zu übernehmen – was viel einfacher gelingt, wenn man weiß, worum es geht und warum.
Das ist Dir mal wieder so gut gelungen, vielen Dank dafür!
Sonnige Grüße
Roland

Krümelkekskoch
Krümelkekskoch

Hi Betti, klasse, wie du das rausgearbeitet hast, dass Diabetes eben nicht erst mit erhöhten Blutzuckerwerten anfängt, sondern schon mindestens zehn Jahre früher, wenn die Bauchspeicheldrüse immer heftiger Insulin produziert, um gegen die Insulinresistenz anzukämpfen, und damit – Ironie des Schicksals – die Insulinresistenz immer weiter verschlimmert. Und schon in diesem frühen Stadium gehen die von dir genannten Risiken massiv hoch. Wenn dann irgendwann der Blutzucker steigt, weil selbst die Riesenmengen an Insulin in unserer Blutbahn nicht mehr ausreichen, ist schon Alarmstufe Rot und allerhöchste Zeit, das Ruder rumzureißen. Schade, dass das so wenig bekannt ist, dass bereits die Megadosen Insulin unseren Körper kaputt machen (der Zucker gibt ihm dann nur noch den Rest) – sonst würde man doch die Typ-2-Diabetiker nicht noch mit Insulin vollpumpen. Vor allem wünsche ich mir, dass man endlich mal damit anfängt, nicht nur den Zucker, sondern vor allem das Insulin im Blut zu messen. Oder gehört das auch zu den Dingen, die man lieber verschweigen sollte, weil sie die Bevölkerung sonst beunruhigen würden? Machen wir uns nichts vor – wenn schon vor 50 Jahren geschätzte 75 Prozent der Deutschen erhöhte Insulinwerte hatten, dann brauche ich nicht viel Phantasie, um mir vorzustellen, wo wir heute stehen.

Lass mich noch eins erwähnen: Diabetes, Bluthochdruck und noch ein paar andere Delikatessen gelten auch als Folgeerkrankungen einer Schlafapnoe, und die wiederum wird zu einem nicht geringen Teil durch eine Fehlstellung des ersten Halswirbels („Atlas-Wirbel“) verursacht. Und diese ist gar nicht mal so selten: mein Therapeut meinte, von allen, die ihn bisher aufgesucht haben, hatten 98 Prozent(!) so eine Atlas-Fehlstellung. Da reicht schon ein kleines Schleudertrauma, z.B. bei einem Sturz, und das Malheur nimmt seinen Lauf. Freilich entbindet das niemanden von seiner Verantwortung für einen gesunden Lebensstil, aber man sollte schon der Vollständigkeit halber auch dieses Thema mal abklären.

Sonnige Grüße aus dem sonnigen Süden
der Krümelkekskoch

Esther
Esther

Hallo Betti,
vielen Dank für deinen Beitrag. Wir sind gerade mit dem Thema Herzinfakt im Freundeskreis betroffen. Ich werde unserem Freund deine Seite ans Herz legen für seine Lebensumstellung. Die gesundheitlichen Faktoren passen, zumindestens von dem was man so mitbekommt.
Auch auf meinen Mann werde ich beim Thema Übergewicht (Bauchfett) noch ein Auge mehr werfen. LG