Und tschüss, 2025!

Tagebuch

Und tschüss, 2025!

Schieben wir uns schnell über die Datumsgrenze rüber…

Schon sind wir wieder hier. Schön, dass du wieder da bist, um meine ungefilterten Ergüsse zu lesen. Am Endpunkt des Jahres angekommen und es ist Zeit, ein Resümee zu ziehen. Wobei, es kommt anders, als ich dachte. In der letzten Woche hatte ich bereits um die 16.000 Zeichen für diesen Jahresendbeitrag geschrieben. Es war ein einziges Gejammer, wie beknackt alles ist und wie scheiße. Dann bin ich gestern aufgewacht und habe mich noch im Bett gefragt, ob ich das mir und dir wirklich antun will. Und nein, ich will nicht, habe ich entschieden. Zack, habe ich die Reißleine gezogen und habe mein geistiges Gewitter wieder gelöscht. Ich bin der negativen Gedanken und der schlechten Nachrichten überdrüssig. Bin mir dazu sicher, dass auch du die täglichen Nachrichten verfolgst und die Probleme in Deutschland und das kraft- und saftlose Rumgegurke unserer neuen Regierung mitbekommen hast. Man hat die Wähler schön verarscht und die neuen Schulden werden uns nur zeitweilig helfen und es ist schon symptomatisch, dass sich die neue Regierung fast nur bei der fetten Erhöhung der eigenen Diäten einig war. Wo doch sonst über jeden Hackepeter gestritten wird. Dazu bin ich der Raketen- und Bombennachrichten am Ende dieses Jahres müde und mag nicht mehr. Deshalb lasse ich die ganze Grütze weg und sperre die große Weltpolitik aus meinem Beitrag raus. Lass uns lieber mit Optimismus, guter Laune und etwas Zuversicht ins neue Jahr starten. Da haben die deutsche Politik und die Weltlage nicht viel beizutragen.

Ich sitze hier gerade und lächele etwas krampfhaft, denn mit hochgezogenen Mundwinkeln kann man ganz einfach die eigene Birne an der Nase herumführen. Probiere es aus. Wenn du lange genug den Grinsebär machst, dann denkt dein Gehirn, da ist ne Party im Gange und deine Stimmung steigt. Hey, wir müssen mit allen Tricks arbeiten. Aber vielleicht reicht ja schon, sich ins Freie zu setzen und gemeinsam mit Freunden Pudding mit Gabeln zu essen. Ein Trend der Jugend aus diesem Jahr, den ich irgendwie schön fand. Ein niedrigschwelliges Gemeinschaftserlebnis ohne Handy in der Hand. Daumen hoch dafür von meiner Seite, auch wenn ich kein großer Puddingesser bin.

2025, die Bilanz für mich persönlich

Das Jahr war freundlich zu mir. Nach meiner Krebsdiagnose und der neu hinzugekommenen Hashimoto-Erkrankung in 2024 blieb es zumindest bis in den Herbst hinein gesundheitlich sehr stabil. Brav habe ich alle meine Nachsorgetermine wahrgenommen und dazu konnte ich mich sogar zu einer Darmspiegelung im Rahmen der Krebsvorsorge durchringen. Alles im grünen Bereich und es war auf jeden Fall nicht schlimm. Wenn man den Tag vorher hinter sich hat und der Bauch leer ist, dann ist der Rest nur noch ein Spaziergang. Also, wenn du noch haderst oder Ängste hast, will ich dir diese hiermit gerne nehmen. Angeblich nimmt nur etwa die Hälfte der Bevölkerung das Angebot der Darmkrebsvorsorge mittels Spiegelung in Anspruch, was mich ehrlich wundert. Mich hat motiviert, dass es bei mir in der Verwandtschaft einen Darmkrebsfall gab, da wollte ich auf jeden Fall sichergehen und nachschauen lassen.

Beruf oder Berufung. Was wird die Zukunft bringen

Das Highlight für mich war natürlich die Veröffentlichung meines ersten Romans: „Manchmal liegt das Glück auf dem Löffel„. Leider kommerziell nicht wirklich erfolgreich, aber für mich trotzdem total wichtig und befriedigend. Ich hatte mich auch nach 21 Koch- und Sachbüchern nie wirklich als Autorin gefühlt. Das hat sich jetzt mit dem Liebesroman geändert und erstmalig sage ich mit stolzer Brust, dass ich von Beruf Autorin bin. Es ändert nichts daran, dass die Schreiberei wohl mehr Berufung bleibt und für den Brötchenerwerb ein anderer Job her muss, aber das, was ich geschafft habe, kann mir niemand mehr nehmen. Und die tollen Rückmeldungen zu meinem Roman sind echte Seelenstreichler und tun so gut.

Natürlich habe ich immer mal geschaut, was der Arbeitsmarkt so hergibt, aber es ist hier im Odenwald strukturschwach und es gibt wenige spannende Angebote. Dazu muss ich mir als ehemalige Personalchefin natürlich eingestehen, dass mit 56 Jahren die Aussichten nicht ganz so prickelnd sind. Es kann also gut sein, dass ich keine Arbeitsstelle mehr finde, die zu mir passt. Aber es waren meine eigenen Entscheidungen, die mich in diese schwierige Situation gebracht haben und hinterher ist man immer schlauer. Nur wäre ich alleinstehend, müsste ich wohl ergänzend Grundsicherung vom Amt beziehen und der Gedanke verursacht mir ein Unwohlsein. Ich war immer stolz darauf, als Frau finanziell auf eigenen Beinen zu stehen und hänge nun am Verdienst meines Ehemanns. Ich würde mir sehr wünschen, dass sich das im kommenden Jahr ändert. Bis sich dahingehend etwas tut, werde ich auf jeden Fall erst mal einen zweiten Teil meines Romans schreiben. Ob ich ihn dann auch veröffentlichen werde, weiß ich noch nicht so genau. Die Investitionen sind sehr hoch und kommen wahrscheinlich nicht wieder rein. Aber ich habe Lust, die Geschichte von Stella und Chris weiterzuerzählen und freue mich schon, ab Januar wieder tief in die Geschichte einzutauchen. Wundere dich also nicht, wenn es hier auf Happy Carb relativ ruhig bleibt. Wenn ich im Schreibtunnel bin, dann muss der Rest ruhen.

Das Thema Kochbücher ist für mich erst einmal durch. Im neuen Jahr muss ich erneut hunderte Bücher (Gemüse und Feta) vernichten und der Schmerz darüber sitzt einfach zu tief. Leider lohnen all die Arbeit und die Hingabe nicht. Die Leute haben zu wenig Lust auf Kochbücher und am Ende gibt es im Internet alles umsonst. Und den Rest macht sowieso bald die KI. Es ist der Lauf der Dinge und ich habe meinen Frieden damit gemacht. Manchmal bin ich froh, dass ich kein junger Hüpfer mehr bin, denn so kann ich aus weiter Ferne schon in Richtung Rente schielen und es sind nur noch um die 9 Jahre zu überbrücken. Es sei denn, unser dufter Gesetzgeber verhagelt mir noch die Rente mit 65 nach 45 Beitragsjahren und legt fest, dass länger gearbeitet werden muss. Ich traue den staubigen Brüdern in der verzweifelten Not alles zu, was den normalen fleißigen Bürger fies belastet.

Urlaubszeit ist die schönste Zeit des Jahres

Lass uns schnell wieder positive Gedanken haben. Ich hoffe, du hattest in diesem Jahr einen oder mehrere schöne Urlaube. Wir waren mehrfach unterwegs, was im Nachhinein doch etwas unvernünftig war, denn die Urlaube waren teurer, als ursprünglich geplant. Aber sei es drum. Wir hatten viel Spaß. Witzigerweise haben wir einen Städtetrip mal in die nahe Umgebung gemacht. Wir waren über meinen Geburtstag für 3 Nächte in Frankfurt am Main und haben dort viele tolle Dinge unternommen. Meine Vorfahren mütterlicherseits kommen aus Frankfurt und so war ich auf den Spuren meiner Urgroßmutter unterwegs, die bis zur Zerstörung im Zweiten Weltkrieg in der Altstadt von Frankfurt gelebt hat. Dann lebten Kindheitserinnerungen auf, denn wir bestaunten die Dinosaurierskelette im Senckenbergmuseum. Da war ich schon mal als Kind mit der Schule und war damals schon begeistert. Natürlich bummelten wir durch die Kleinmarkthalle und haben Frankfurter Spezialitäten wie die Grüne Soße schnabuliert. Man kann in Frankfurt wirklich viel machen und erleben. Eine in Deutschland total unterschätzte Stadt und wirklich eine Reise wert. Es muss also nicht immer Hamburg, München oder Berlin sein. Da Frankfurt nur anderthalb Bahnstunden von uns entfernt ist, werden wir sicher wiederkommen. Vielleicht auch mal nur für einen Tagesausflug.

Senckenbergmuseum Frankfurt

Dann waren wir im Mai für eine Woche in Sankt-Peter-Ording an der Nordsee und haben ausgiebig die Seeluft genossen. Wir fahren regelmäßig hoch in den Norden, denn mein Mann stammt von dort. Wir nutzen den Rückweg stets um in der Nähe von Bremen Halt zu machen und liebe Verwandtschaft zu besuchen. Zwei Fliegen mit einer Klappe, du verstehst. Ach ja, schön waren die Tage am Meer. Ich habe lustiges Schafkuscheln gemacht und leckeren Schafskäse verkostet.

Betti-mit-Schaf-an-der-Nordsee

Wir besuchten Husum, Büsum und spazierten entspannt über den Deich. Das Wetter im Mai war dazu wunderbar sonnig und wir konnten einen herrlichen Tag am breiten Strand von SPO im Strandkorb verbringen. Ich liebe die salzige Luft und die netten Menschen da oben in der Ecke. Sogar beim Einkaufen sind die total goldig. Wir waren im Supermarkt und da sagte der Mensch an der Kasse immer auf meine Info, dass ich mit Karte zahlen will: Kann losgehen. Dabei lachte er mich fröhlich an und wünschte uns dann noch einen schönen Tag. Pfff. Wir waren gerade hier einkaufen und da kam auf meinen Zahlungshinweis nur ein mürrisches Gesicht und schlechte Laune rüber. Ich versuche ja immer, freundlich und mit einem Lächeln durchs Leben zu gehen, aber wenn einem immer diese Negativität begegnet, macht das immer weniger Freude.

Unser Herbsturlaub war dann der Höhepunkt des Jahres, denn wir waren im September für 2 Wochen auf Mallorca. Es war nicht unser erster Aufenthalt auf der schönen Mittelmeerinsel, aber erstmalig waren nicht in einem Hotel stationiert. Nein, wir haben diesmal am Flughafen ein Auto gemietet und sind zu einer gemieteten Finca im Osten unweit von Arta gefahren. Es war ein richtig toller Urlaub und wir haben die eigenständige Erkundung der Insel sehr genossen.

Betti unterwegs auf Mallorca

Viel schöner, als Liege an Liege in einem All-Inklusive-Hotel zu kleben und nichts zu sehen und zu erleben. So blieben viel mehr Erinnerungen hängen und wir werden einen gleichartigen Urlaub sicher in einigen Jahren wiederholen. Alcudia, Pollenca, Arta, und viele andere Orte haben wir besucht. Ja, es war voll, aber so richtig drüber, auch mit den Preisen, war es nur, wenn man in Meeresnähe war. Im Hinterland war es deutlich ruhiger und auch die Restaurantbesuche preislich total OK. In Alcudia haben wir unsere absolute Lieblingspaella geschmaust. Dann waren wir in einem hübschen Keramikladen und ich hatte einen krassen 80er-Flash. Ich bin ein Teenie der 80er Jahre und liebe bis heute die Musik von damals. Und in diesem Laden lief im Hintergrund Duran Duran mit Save a Prayer. Ich war sofort on Fire und wackelte halb tanzend durch den Laden. Was habe ich damals für Simon Le Bon geschwärmt. Also ich war hin und weg, weil danach noch Aha und lauter weitere Lieblingslieder meiner Jugend im Laden liefen. Ich muss wohl nicht erwähnen, dass ich in dem Geschäft dann für fast 100 Euro Keramikgedöns eingekauft habe. Aber lauter schöne Sachen, die wir jetzt nach dem Urlaub gerne nutzen. Ich war einfach wie hypnotisiert und der Laden hat voll meinen Nerv getroffen.

Hach ja. Ich bin immer noch total spanisch inspiriert und wir waren deshalb letzte Woche hier bei uns im Odenwald nochmal beim supernetten Spanier lecker essen. Tapas und Paella wie im Urlaub, und zwar mitten im Odenwald. Wir haben es richtig gut. Manchmal muss man sich das wieder bewusst machen, wenn einen die negative Umwelt runterzieht. Und ja. Bei einer guten Paella im spanischen Restaurant drücke ich auch mal ein Auge zu, denn natürlich ist die mit Rundreis gemacht. Doch machen wir hier daheim eigene Paella, dann natürlich nur mit Blumenkohlreis oder Konjakreis.

Ein wunderbares Urlaubsjahr 2025. Ich bin dankbar für die schönen Erlebnisse. Nächstes Jahr wird es etwas ruhiger, denn wir planen nur einen kurzen Urlaub im Herbst ins Berchtesgadener Land. Es muss aber auch nicht jedes Jahr bis ans Limit gehen. Hier im Odenwald ist es ja auch sehr schön und immer so ein bisschen wie im Urlaub. Gerade im Sommer, wenn auch noch das Freibad geöffnet hat.

Die Hormone spielen jetzt richtig verrückt

Dann komme ich noch zu einem Problem, was mich seit Oktober komplett aus der Fassung bringt. Eigentlich dachte ich, ich komme durch die Wechseljahre so mehr oder weniger easy durch. Hatte mich eher gewundert, dass mein Zyklus bis zum Spätsommer 2025 ziemlich normal war und habe mir von kleineren Beschwerden abgesehen, wenig Kopf darum gemacht. Bloß dann, ging es plötzlich los. Seit Oktober sind meine Hormone im Sturzflug und ich bin zum Zombie mutiert. Eine ganze Batterie an Beschwerden macht mir gerade das Leben echt schwer. Krasse Hitzewallungen im 50-Minuten-Takt. Leider auch nachts. Ich bin also bei jeder Hitzewallung wieder wach und drehe Decken und Kissen um. Ziehe mich nackert aus und nach 5 Minuten wieder an. Wir hatten die Woche -8 Grad draußen und das Fenster ist immer offen über Nacht. Ich während der Hitzewallungen nackt ohne Decke und glühe von innen, als hätte ich ein Heizgerät verschluckt. Natürlich wache ich dann morgens gerädert auf, denn ich schlafe ja nur noch im 45-Minuten-Takt. Dazu tun mir alle Gelenke weh, als wäre ich ne alte Frau. Füße, Knie, Hüfte, Ellenbogen, Schulter, alles gleichzeitig. Jedes Umdrehen ist schmerzhaft. Der Kreislauf kaspert vor sich hin und das Herz stolpert. Zu allem Übel knallt es auch noch in meinem Kopf. Puuuh, ich bin echt ein Psycho geworden. So depressiv und aggressiv zugleich. Kriege null auf die Kette. Bin jetzt Frau Matschbirne und nicht mehr Mrs. Brain, die alles abspeichert wie ein Schwamm. Als wäre ich eine andere mir unbekannte Person, die ich ehrlich gesagt nicht leiden kann. Null Resilienz und ich fahre ratzfatz wegen nix aus der Haut. Oh weh. Mich haben die Wechseljahre jetzt total überfallen und ich habe ehrlich gesagt ganz schön meinen Schaff damit.

Hormonersatz oder kein Hormonersatz? Das ist die Frage aller Fragen

Beim Gyn war ich schon Ende des Jahres und es ist wirklich so, dass meine Östrogenproduktion komplett eingebrochen ist. Natürlich ist das altersgerecht und doch fühlt es sich so ungewohnt an. Ich bin genetisch eine langsame Östrogenabbauerin und hatte sicher in den letzten Jahren, als sich erst mal das Progesteron verabschiedet hat, einen deutlichen Überhang an Östrogen im Körper. Das war auch nicht immer nur schön, denn die Dysbalance wirft ja auch Beschwerden auf, doch das war noch handelbar für mich. Doch nun bin ich echt am Limit und ich denke über eine Hormonersatztherapie nach. Daher beschäftige ich mich gerade ausführlich mit dem Thema bioidentische Hormone und ackere die Baustellen ab, die ich vor einer eventuellen Einnahme geklärt haben will. Dazu gehört eine Gerinnungsdiagnostik, da es da familiär Vorbelastungen gibt. Dann eine Knochendichtemessung (DXA-Messung), außerdem der kardiovaskuläre Status und zuletzt will ich noch meinen Östrogenstoffwechsel messen lassen, einmal vor der Einnahme von Hormonen und wenn ich mich dafür entscheide, dann wieder nach der Einnahme. Durch die Messung der Östrogenmetabolite kann man sehen, ob die 2/16-Östrogenratio ungünstig ist, was ein erhöhtes Risiko für Brust- und Gebärmutterhalskrebs bergen könnte. Als Slow Comtlerin, also eine langsame Östrogen-Abbauerin, sollte ich das auf dem Schirm behalten und überwachen.

Übrigens habe ich die DXA-Knochendichtemessung schon hinter mir. Wenig überraschend wurde bereits jetzt, lange vor der Menopause, eine Osteopenie, also die Vorstufe von Osteoporose festgestellt. Der Abbau der Knochenmasse hat also bei mir schon begonnen. Trotz viel Kalzium in der Ernährung, regelmäßig Vitamin D mit den Cofaktoren und regelmäßigem Krafttraining. Wenig überraschend, weil ich aus meinem umfassenden Gentest weiß, dass ich leider stark zu Osteoporose veranlagt bin und passend dazu habe ich eine Mutter, die sehr stark an Osteoporose leidet. Eine Hormonersatztherapie könnte mir also viele Schmerzen und Knochenbrüche im Alter ersparen.

Auch die pflanzlichen Optionen habe ich geprüft und teilweise getestet. Ich nehme gerade noch Salbei, um den Hitzewallungen zu Leibe zu rücken. Aber ich muss da realistisch bleiben. Keine pflanzliche Kraft reicht aus, um das fehlende Östrogen auszugleichen. Diesen Wechseljahrsquatsch hat die Natur zu einem Zeitpunkt installiert, als die Frauen keine 50 Jahre alt wurden. Auch die Evolution macht Fehler bzw. ist einfach zu langsam, um sich darauf einzurichten, dass Frauen heute 80 und mehr Jahre alt werden. Da braucht mir keiner mit „das ist doch natürlich“ kommen. Ihr kauft euch auch ne Lesebrille, wenn die Augen nachlassen. Oder nicht? Wenn man sich damit befasst, welche Auswirkungen der Wegfall insbesondere des Östrogens auf den ganzen Körper hat, so bin ich mir sicher, wenn noch mehr geforscht wird und die Datenlage noch besser ist, dann wird die Hormonersatztherapie der Standard für alle Frauen, und zwar unabhängig von der Beschwerdenlage. Als Schutz für die Knochen, vor Demenz, vor Herz-Kreislaufproblemen und vor Krebs. Es ist jetzt schon Wahnsinn, was gerade aus den USA für Informationen vorliegen und bei uns hängen wir mal wieder mit unserer an Männern orientierten Gesundheitspolitik Lichtjahre hinterher. Ich sag dir, würden Männer mit 50 die Nüsse abfallen, würde jeder von ihnen die wegfallenden Hormone sofort einnehmen. Keiner hätte Bock auf null Libido und ne Spannkraft wie ein nasser Waschlappen. Man nebenbei: Interessanterweise haben Männer sogar mehr Östradiol im Körper als eine Frau nach den Wechseljahren. Ich will echt nicht wissen, wie viele Frauen dauerhaft Schmerzmittel, Schlafmittel und Psychopharmaka nehmen, obwohl niedrig dosierte bioidentische Hormone die eigentliche Lösung wären, und das sogar mit einem besseren Risikoprofil.

Wissen ist Macht und muss wie so oft selbst erarbeitet werden

Ich füttere mich gerade mit viel Wissen zum Thema, um auf dem Weg am Ende zu einer für mich richtigen Entscheidung zu kommen. Natürlich muss das jede Frau für sich und unter Berücksichtigung des individuellen Leidensdrucks entscheiden. Wer ohne Unterstützung gut zurechtkommt, gehört wahrscheinlich zu den Frauen, die weniger Beschwerden haben. Etwa 1/3 der Frauen hat keine Beschwerden, 1/3 der Ladys haben leichte bis mittlere Probleme, und der Rest der Truppe hat die Arschkarte gezogen. Doch wer unter starken Wechseljahrbeschwerden leidet, sollte die Hilfe bekommen, die es braucht und die es heute gibt. Ich habe im Herbst bereits mit meiner Hämatologin/Onkologin über das Thema gesprochen und wie sie die Risiken sieht. Die hat mir eigentlich nur ganz trocken gesagt, dass über Jahre so schlechter Schlaf mit hoher Wahrscheinlichkeit größere Schäden anrichtet als eine Hormonersatztherapie. Trotzdem bleibt eine unbestimmte Angst. Es klingen einfach überall noch die Studienergebnisse der Hormonersatzbehandlung mit den alten, synthetischen Medikamenten und der damals aufgetretenen hohen Brustkrebsrate durch. Wenn ich mit anderen Frauen spreche, dann spüre ich häufig die Bedenken, die bei dem Thema riesig sind. Ich versuche mir jetzt ohne Vorbehalte die aktuelle Forschungslage mit modernen Hormonpräparaten anzuschauen, und da ist die Welt eben eine ganz andere. Nicht immer nur nach hinten schauen, sondern die Zukunft ist vorne, der Nase nach. Zum Glück begegnen mir inzwischen viele Frauen, für die mit der Einnahme der bioidentischen Hormone ein Martyrium endete und die Lebensqualität zurückkehrte.

Nun ja. Schauen wir mal. Im kommenden Jahr bei meinem Geburtstagsposting werde ich auf jeden Fall berichten, wie meine Entscheidung ausgefallen ist. Für oder gegen eine Hormonersatztherapie. Es ist auf jeden Fall keine Entscheidung, die ich spontan aus der Hüfte heraus treffen kann und will. Auch wenn die Zwischenzeit für mich körperlich und seelisch herausfordernd ist. OK, mein Mann tut mir auch etwas leid, denn er muss mich aushalten mit all meinen Launen und Schwitzattacken. Er hat sich schon eine dickere Bettdecke bezogen und denkt über eine Mütze und Schal im Bett nach. Armer Carsten!

So ist das Leben! Es rüttelt und es schüttelt sich

Ach ja, so ist halt jedes Jahr was los und alles ist im Wandel. Jetzt lasse ich dich aber in Ruhe, damit du dich auf den Jahreswechsel vorbereiten kannst. Ich wünsche dir einen guten Rutsch und ganz viel Gesundheit im neuen Jahr. Möge alles so gut und schön für dich werden, ganz so, wie du es dir vorstellst.

Abschied gehört zum Leben. Einige tolle Frauen sind in diesem Jahr verstorben. Besonders getroffen hat mich der Verlust von Diane Keaton. Eine wunderbare Schauspielerin, die eine ganz eigene Persönlichkeit und einen individuellen Stil hatte. Mal sehen. Vielleicht werde ich heute Nachmittag den Film „Baby Boom“ aus den 80ern mit ihr in der Hauptrolle anschauen. Die DVD steht im Schrank und ich sehe den Film immer wieder gerne. Schwer zu akzeptieren, dass es keinen weiteren Film mit ihr geben wird.

Aber was wollen wir machen. Irgendwann erwischt es jeden. Hmmm. Dann hänge ich auch immer noch dem Tod von AnNa R. nach. Vielleicht weil sie in meinem Alter war. Vielleicht auch, weil sie einfach eine tolle Künstlerin mit Stimme und Ausdruck war, die fest im Kopf bleibt. In Erinnerung an Rosenstolz eine Liveaufnahme von „Die Schlampen sind müde„.

Wie sonst auch, bitte ich an dieser Stelle um Unterstützung für den weiteren Erhalt von meinem Blog Happy Carb. Der Betrieb kostet jeden Monat Geld und ich will die Webseite online lassen, so lange zumindest die Auslagen wieder reinkommen. Da ich wenig Werbung mache und nur ganz selten Kooperationen, braucht es also freiwillige finanzielle Unterstützung. Es wäre schön, wenn du hier regelmäßig zu Besuch bist, du dich mit einem kleinen Betrag beteiligst. Bitte keine Beträge kleiner 5 Euro, denn davon bleibt wegen der Gebühren und Co nicht viel übrig. Da haben wir beide nix davon. Danke für deinen Support und deine Treue hier auf meiner Seite.

Mein besonderer Dank geht an all die, die schon vor Weihnachten an mich gedacht haben und mir ein Paket oder eine Spende per Paypal (Andrea, Ulrich, Anja + Lothar) haben zukommen lassen. Der lieben Franzi aus Lübeck will ich mit einer fetten Umarmung danken: Du bist ja verrückt mit deinem riesigen Paket und ich habe mich sehr gefreut.

PayPal

Komm bitte gut im neuen Jahr an und pass wie immer auf dich auf. Ich bin bloß froh, wenn die nervige Böllerei wieder vorbei ist.

Ganz liebe Grüße, Betti (natürlich auch von meinem technischen Sidekick, meinem Mann Carsten)

Betti und Carsten auf Mallorca


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