Und wieder ist ein Jahr vorbei…
Es ist unglaublich, aber ich habe immer das Gefühl, Happy Carb feiert mehrfach im Jahr Geburtstag. Schon wieder ist ein Jahr vergangen und es sind nun schon ganze 11 Jahre, seit wir (mein Mann Carsten und ich) diesen hübschen Foodblog an den Start gebracht haben.
Doch die Welt hat sich seitdem gewandelt. Immer mehr passiert und läuft auf Social Media, wo sich Influencer mit lustigen Filmchen und schrägen Filtern perfektioniert präsentieren. Das alles ist nicht meine Welt, und so bin ich doch inzwischen ein etwas aus der Zeit gefallener Dinosaurier und wahrscheinlich zum Aussterben verdammt.
Die IT-Welt ist im Wandel, wahrscheinlich hast du es auch bemerkt. Wo früher noch selbst recherchiert und intensiv gelesen wurde, fragt man heute Chat GPT oder liest nur noch die kurze Information der Google KI Gemini. Copilot will nun helfen, wenn die richtigen Worte beim Schreiben fehlen und selbst Meta AI bietet sich überall an. Das ist bequem und ich ertappe mich selbst immer öfter dabei, nur schnell die KI generierten Antworten auf meine Fragen zu lesen. Der allgemeine Trend geht an mir also auch nicht vorbei. Selbst denken wird immer weniger gefordert, zumindest wenn man die Ergebnisse ungeprüft für bare Münze nimmt. So ein wenig habe ich schon Bedenken, dass die allgemeine Verblödung nochmal deutlich zunehmen wird.
Wenn die KI das Internet killt…
Die nächste Konsequenz des vermehrten KI-Einsatzes ist leider, dass die künstliche Intelligenz das Wissen von Webseiten absaugt, aber dadurch verlieren diese Webseiten – die mit Arbeit, Schweiß und Liebe wertvolle Inhalte erstellt haben – die eigenen Besucher auf der Seite. Immer weniger Menschen scrollen sich durch die Ergebnisse der Suchmaschinen und klicken sich weiter auf eine Webseite. Wie fatal für all die Webseitenbetreiber, wie ich eine bin. Denn, wer wie ich davon lebt, dass Menschen auf die Webseite kommen, ist inzwischen gearscht und hat mit schwindenden Einnahmen zu kämpfen. Ohne Besucher auf der Webseite gibt es keine Buchverkäufe, keine Affiliate- oder Werbeeinnahmen und natürlich auch keine freiwilligen Spenden, um die regelmäßig auflaufenden Kosten zu decken. Ich gehe daher davon aus, dass in den nächsten Jahren immer mehr tolle Blogs und Webseiten verschwinden werden, weil sie finanziell nicht mehr tragbar sind. Es ist der Lauf der Dinge, aber die KI killt wie ein Parasit seinen Wirt, nachdem sie ihn ausgesaugt hat.
Selbst das Buchgeschäft ist im Wandel, denn die KI schreibt ganze Kochbücher und auch Romane. Dazu müssen die neuen „Autoren“ nicht mal mehr bei mir mit Copy & Paste klauen, sondern das macht die Künstliche Intelligenz ganz unverfroren und liefert dann noch bei Bedarf ein automatisch generiertes Foodbild dazu, ohne überhaupt den Herd angemacht zu haben. Ja, alles wirkt etwas flach und herzlos perfekt, aber mein Eindruck ist, dass sich sehr viele Leute nicht daran stören, dass die Welt dadurch immer gleichförmiger wird. Schaue ich mir manche Buchcover an, dann gruselt es mich, denn wie hässlich kann man sowas veröffentlichen. Aber wie bei den früheren Klaubüchern auch, interessiert das die Verkäufer nicht. Die Masse muss dann die Kohle bringen und dank KI kann man ja täglich ein neues Buch raushauen und durch die billige Produktion ist reichlich Geld für Werbung vorhanden, um Sichtbarkeit zu erlangen. Schlechte Zeiten für echte Buchmenschen wie mich. Aber auch für die Grafiker, die ein Buchcover mit Liebe gestalten und jetzt mit KI-Nippes ausgebootet werden.
Du siehst, es sind schwere Zeiten für Urheber von Inhalten, denn wir füttern zwar die Datenkraken, aber bekommen dafür nichts und verhungern dann wegen den ausbleibenden Besuchern oder Kunden. Von daher freue ich mich über jeden Geburtstag, den ich mit Happy Carb noch feiern kann. Doch die Musik wird leiser und irgendwann heißt es dann: Gute Nacht Freunde, es wird Zeit für mich zu gehn.
Time goes by…
Jetzt hänge ich erst einmal noch ein närrisches Happy-Carb-Jahr dran und zeige der KI, wie es geht. Schreibe vielleicht noch eine Fortsetzung für meinen Liebesroman und mache noch einige leckere Low-Carb-Rezepte, bis die KI mir hier den Stecker zieht. Fühlt sich alles so ein wenig an wie die Kapelle, die auf der untergehenden Titanic spielt, bis sie hüfthoch im Eiswasser steht.
In diesem Sinne freue ich mich, wenn du mir noch etwas treu bleibst und meine Seite mit deiner Unterstützung noch ein Jahr am Leben bleiben kann. Falls du meinen Roman „Manchmal liegt das Glück auf dem Löffel“ noch nicht daheim hast, wird es jetzt höchste Zeit. Ich hoffe doch, dass es viele Buchmenschen unter meinen Followern gibt. Bisher haben die sich leider noch zurückgehalten, wie die Verkaufszahlen dokumentieren, aber vielleicht war einfach das Sommerloch zu groß. Immer daran denken: Intelligente Menschen lesen Bücher und dürfen damit in eine Welt eintreten, die Nichtlesern verwehrt bleibt. Und in diesen deprimierenden Zeiten ist so eine kleine Flucht in meinen locker-flockigen Odenwald-Liebesroman eine richtig schöne Sache.
Gleichzeitig muss ich natürlich im Auge behalten, wohin mich im kommenden Jahr mein beruflicher Weg verschlägt. Eine Veränderung ist unvermeidbar und ich warte eigentlich nur, bis es irgendwo jobmäßig schnackelt und nach mir ruft. Zum Glück habe ich keinen hohen Zeitdruck und kann mir in Ruhe überlegen, wie ich weitermachen will. Die Zwischenzeit werde ich hoffentlich mit dem einen oder anderen neuen Buch überbrücken. Ideen habe ich auf jeden Fall. Und jetzt genieße ich den Restsommer, der hoffentlich noch etwas Sonnenschein für uns bereithält. Die letzten Wochen waren hier in Südhessen doch sehr regnerisch und die Tomaten hängen noch grün am Strauch.
Wie immer bitte ich zum Bloggeburtstag um finanzielle Unterstützung, denn Happy Carb ist ein kostenfreies Angebot für die Besucher, aber mich kostet der Betrieb natürlich jeden Monat Geld für Hosting, Plugins und Co. Das aus eigener Tasche zu finanzieren, wird zunehmend schwieriger, denn als freiberufliche Kleinautorin verdient man weit unterhalb des Mindestlohns, was an sich eigentlich schon peinlich ist für das, was man an Energie und Zeit reinsteckt. Es sind ja nur wenige Autoren echte Bestseller und können wirklich vom Schreiben leben.
Daher danke ich dir und wenn jeder meiner Leser/innen nur elf Geburtstagseuronen geben würde, dann wären zumindest die Basiskosten bis Weihnachten gedeckt. Also, feel free und mach mit.
Wir feiern hier jetzt eine Runde und setzen die Narrenkappe auf, dann kommt das richtige Feeling auf. Ok, so richtig wird das mit der Party nichts, denn wir haben Handwerker im Haus und es klopft und hämmert hier um mich herum.
Zum Jahreswechsel gibt es dann wieder einen Beitrag, in dem ich das verrückte Jahr aufarbeiten werde. Die politische Wetterlage in Deutschland ist ja weiterhin stürmisch und die Weltlage amerikanisch schlecht frisiert. Mal abwarten, was das zweite Halbjahr noch so bringt. Ich wäre tatsächlich sowas von bereit für gute Nachrichten und gehe davon aus, dir geht es ebenso. Warten wir ab, was kommt. Bis dahin verbleibe ich entspannt mit dem Wissen: Schlimmer geht es trotz aller Grütze immer.
Happy Grüße, Betti