Bärlauch – Frühjahrsputz für den Körper

Bärlauch – Frühjahrsputz für den Körper

Der Kräuterpfarrer Künzle sagte vom Bärlauch sinngemäß: 

„Wohl kein Kraut der Erde ist so wirksam zur Reinigung von Magen, Gedärmen und Blut wie der Bärenlauch. Ewig kränkelnde Leute, mit Flechten und Ausschlägen versehen, die Abwehrschwachen und Blutarmen sollten den Bärenlauch verehren wie Gold. Die Leute würden aufblühen wie ein Rosenspalier“.

Jetzt höre ich eigentlich weniger auf das, was ein Pfarrer mir zu sagen hat. Aber, wenn es um eine heimische Heilpflanze geht, die sogar noch hier bei mir am Wegesrand wächst, dann werde ich doch hellhörig.

Bärlauch trägt den botanischen Namen Allium ursinum und ist schon seit der Antike als heilsames Kraut bekannt. Die 20-50 cm hohe Pflanze gehört zu den Lauchpflanzen und verfügt über lange wunderschön geformte Blätter, die dazu auch noch sehr schmackhaft sind.

Und wie schön, Bärlauch ist bei uns heimisch und du kannst ihn in feuchten Ecken schattiger Laubwälder finden. Wenn du den Bärlauch vielleicht nicht gleich erkennen kannst, so wirst du ihn sicher erschnuppern, denn rund um das Gewächs liegt ein knoblauchartiger Duft in der Luft.

So riecht für mich der in den Startlöchern stehende Frühling…

Fündig wirst du in der Natur etwa ab Ende März. Aber, wenn du kein grünes Fleckchen hast, wo du den Bärlauch findest und pflücken darfst, ist dieser im Handel inzwischen zur Saison fast überall in Bio-Qualität erhältlich.

Und da die Saison kurz ist, wollen wir diese doch auch ordentlich ausnutzen.

Außerdem steht der Frühjahrsputz ins Haus, und da muss auch mal durch unseren Körper so richtig schön durchgeschrubbt werden.

Die Pharmakologie hat nämlich in den letzten Jahren nachgewiesen, dass die schwefelhaltigen ätherischen Öle des Bärlauchs eine blutreinigende und stärkende Wirkung im Körper entfalten. Die außerdem enthaltenen Senfölglykoside wirken antibakteriell und das umfangreich enthaltene Vitamin C hilft bei der Zellerneuerung und wirkt gleichzeitig abwehrstärkend.

Besonders erwähnen möchte ich, dass die entgiftende und ausleitende Wirkung des schwefelhaltigen Bärlauchs besonders bei Umweltschadstoffen hilfreich ist. Wir sind alle durch die Nahrung und unsere Umwelt durch Quecksilber, Lindan oder Cadmium belastet. Und Bärlauch hilft bei der Ausleitung dieser ungesunden Schwermetalle aus unserem Körper. Und das tut er, indem sich die schwefelhaltigen Verbindungen mit den Schadstoffen verbinden und gemeinsam ausgeschieden werden.

Da flitzt der Schwefelbesen durch den Körper…

Übrigens, die keimtötende und reinigende Wirkung des Schwefels wird auch an anderen Stellen zur Desinfektion oder zur Ungeziefervernichtung eingesetzt. Da bin ich echt froh, dass wir uns über das Insektenstadium hinaus geringfügig weiterentwickelt haben und der gute Bärlauch, uns nur Gutes tut und nicht schadet.

Im frischen Bärlauch findet sich auch noch Allicin und Alliin und die wirken leicht blutverdünnend und der Bildung von Ablagerungen in unseren Blutgefäßen entgegen. Daneben beeinflusst Bärlauch auch noch den Cholesterinspiegel positiv. Auch eine geringfügige Reduzierung des Blutdruckes ist die Folge eines regelmäßigen Bärlauchverzehrs. Grund dafür ist, dass die im Bärlauch enthaltenen Stoffe das Hormon hemmen, was im Körper für eine erhöhte Spannung der Gefäßwände verantwortlich ist.

Sozusagen ein ganz natürlicher ACE-Hemmer aus der Natur…

Die Senfölglykoside des Bärlauchs kurbeln außerdem noch die körpereigenen Verdauungssäfte an und verbessern die Darmflora nachhaltig. Gerade bei Magen-Darmproblemen ist der Bärlauch ein tolles Hausmittel, um im Gedärm wieder alles ins Lot zu bringen.

Aber das allerbeste ist, dass Bärlauch auch noch super schmeckt. Das knoblauchartige feine Aroma passt wunderbar zu leichten Frühlingsgerichten. Am besten die Blätter frisch verarbeiten oder in Öl konserviert einfrieren. Hitze mag der Bärlauch nämlich nicht so gerne. Also gerade in warmen Gerichten, wenn möglich, erst spät zufügen.

Toll ist zum Beispiel ein Pesto mit frischem Bärlauch oder eine aromatische Bärlauchbutter zu leckerem Spargel. Oder wie wäre ein Eiersalat mit frischem Bärlauch?

Wenn an Ostern gekochte Eier überbleiben, dann weißt du jetzt, was du damit machen kannst.

Also nichts wie los. Die Saison ist kurz, denn spätestens nach der Samenreife im Juni ist die schmackhafte Freude vorbei. Deshalb unbedingt selbst ausreichend Bärlauchpaste herstellen und in kleinen Gläschen einfrieren. Dazu einfach kleingeschnittenen Bärlauch, Meersalz und Olivenöl pürieren.

Schon ist ganzjährig der Frühling nur ein kurzes Auftauen entfernt.

Solltest du selbst Bärlauch sammeln wollen an erlaubter Stelle, dann aber bitte gut aufpassen. Es gibt mehrere optisch ähnliche Pflanzen, die leider äußerst giftig sind (Maiglöckchen, Gefleckter Aronstab und die Blätter der Herbstzeitlosen). Immer auf den typischen knoblauchigen Geruch achten! Dazu ein Blatt zwischen den Fingern reiben und an dem austretenden Pflanzensaft riechen, der einen unverwechselbaren Geruch hat.

Maiglöckchen im Salat können gefährlich sein!

Der Vollständigkeit halber hier noch die absolut Low Carb konformen Nährwerte:

100 g Bärlauch haben nur:

19  Kalorien
0,9 g  Eiweiß
2,9 g  Kohlenhydrate
0,3 g  Fett

Bärlauch

Bärlauch